Wohnen | Studentische Wohnungsnot Hamburg: Wohnschiffe für Studenten gefordert

28. Mai 2013 | von
Flüchtlingsschiff Bibby Altona: Ähnliche Wohnschiffe könnten zukünftig Studenten beherbergen. Foto: Vuvar1 / wikimedia / CC-BY-SA-3.0 Flüchtlingsschiff Bibby Altona: Ähnliche Wohnschiffe könnten zukünftig Studenten beherbergen. Foto: Vuvar1 / wikimedia / CC-BY-SA-3.0

Die Wohnungsnot in Hamburg hat längst auch die Studenten erreicht, Wohnheimplätze sind selten und begehrt. Die teuren Hamburger Mieten können sich Studenten aber oft nicht leisten – Abhilfe leisten sollen nun Studentenzimmer auf Wohnschiffen.

Günstige Zimmer in Hamburg sind rar, Neubauprojekte und Wohnheimplätze ebenso – der Wohnungsmarkt in der Hansestadt ist derzeit heiß umkämpft. Die Wohnheime seien „zu nahezu 100 Prozent ausgelastet“, hieß es Medienberichten zufolge im Antwortschreiben auf die Kleine Anfrage des Bürgerschaftsabgeordneten Klaus-Peter Hesse (CDU). Etwa 4.000 Plätze stehen in den Studentenheimen zur Verfügung – für rund 90.000 Studenten. Nicht einmal 5 Prozent der Studenten können also mit Wohnheimplätzen versorgt werden, Azubis nicht mitgerechnet. Sie müssen auf dem freien Wohnungsmarkt ihr Glück versuchen. In Hamburg ist das alles andere als ein einfaches Unterfangen.

Steigende Studierendenzahlen zunehmend ein Problem für Universitätsstädte

Zwar entstehen derzeit noch weitere Wohneinheiten für Studenten, allerdings ist ihre Anzahl so gering, dass sie kaum ins Gewicht fällt. Bereits Ende des letzten Jahres hatte Bauminister Ramsauer (CSU) bei einem runden Tisch zum Thema Wohnraum für Studenten der Vorschlag unterbreitet, Studenten auf Hotelschiffen unterzubringen. Alternativ wäre auch eine Umwidmung von Kasernen denkbar. Passiert ist allerdings bis heute nichts, obwohl weiterhin bundesweit etwa 25.000 Wohnheimplätze fehlen.

Damit die zahlreichen Studenten, die im Wintersemester ihr Studium in der Hansestadt aufnehmen wollen, untergebracht werden können, fordert Hesse nun schwimmende Unterkünfte für Studierende. Hamburg hat, wie viele andere deutsche Universitätsstädte auch, Probleme die Studenten unterzubringen. Der Wegfall der Wehrpflicht und doppelte Abiturjahrgänge haben die Zahl der Studierenden in ganz Deutschland steigen lassen – aber die Anzahl an Studentenwohnungen oder Wohnheimplätzen hat sich nicht verändert.

Wohnschiffe als Lösung für studentische Wohnungsnot?

Es sei aber wichtig, preisgünstigen und zentral gelegenen Wohnraum zu schaffen, und das nicht nur für Studenten, sondern auch für Azubis. Die Idee: Den Platz auf dem Wasser nutzen, um dort in bester Innenstadtlage günstige Zimmer für Auszubildende und Studierende zu errichten.

Bereits vor Jahren ist dieses Konzept in Hamburg angewandt worden: Um Asylbewerber und Flüchtlinge unterzubringen, wurden ab 1993 bis zu 5 solcher Wohnschiffe mit bis zu 500 Plätzen angemietet. Die Unterbringung geriet allerdings mehrfach in die Kritik und die Zahl der Asylbewerber ging stark zurück, weswegen das Schiff schließlich 2006 geschlossen wurde und die verbliebenen Flüchtlinge woanders untergebracht wurden. So konnten ebenfalls die Kosten um die Hälfte auf etwa 2,1 Millionen Euro gesenkt werden.

Ursprünglich handelte es sich bei der „Bibby Altona“ um ein Hotelschiff mit 4 Stockwerken, das auch Containern zusammengebaut wurde. Ähnlich könnten auch zukünftige Wohnheime für Studenten aussehen: Kleine Zimmer mit der nötigen Einrichtung, günstige Miete und attraktive Lage inklusive. Auch wenn Hesse betont, dass es lediglich „eine temporäre Lösung“ darstelle, rechnet er mit großer Begeisterung seitens der Studenten.

Wohnkonzept wird derzeit überprüft

Ob ein entsprechender Antrag dem Hamburger Senat vorgelegt werden wird, ist derzeit noch unklar. Der Senat selbst bestätigte lediglich, dass er sich bis jetzt nicht mit dem Thema auseinandergesetzt habe. Die CDU-Fraktion prüft derzeit, ob ein Antrag ausgearbeitet werden wird. Bedenken gibt es allerdings auch: Die Notunterkünfte, die das Studierendenwerk Hamburg im vergangenen Wintersemester errichtet habe, seien nur von sehr wenigen Studenten genutzt worden.




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