Geld / Finanzierung | Zinsen auf historisch tiefem Niveau Baufinanzierung: Darlehen günstiger denn je

31. Mai 2013 | von
Die Konditionen zur Baufinanzierung sind derzeit äußerst attraktiv. Foto: Rainer Sturm  / PIXELIO Die Konditionen zur Baufinanzierung sind derzeit äußerst attraktiv. Foto: Rainer Sturm / PIXELIO

Die Darlehensrate für Baufinanzierungen erreicht das niedrigste Niveau seit Beginn der Aufzeichnung, wie der Trendindikator des Finanzdienstleisters Dr. Klein besagt. Demnach ist die Finanzierung einer Immobilie deutlich erschwinglicher als noch vor einigen Jahren. So günstig war eine Baufinanzierung noch nie: Im April 2013 lag die durchschnittliche Standartrate bei einem Darlehen von 150.000 Euro mit zehnjähriger Sollzinsbindung, zweiprozentiger Tilgung und einem Beleihungsauslauf von 80 Prozent bei 566 Euro monatlich. Damit erreicht der Trendindikator Baufinanzierung, der monatlich von Dr. Klein erstellt wird, den niedrigsten Wert seit Aufzeichnungsbeginn 2009. Insgesamt liegt die Standardrate für April 2013 wegen der historisch niedrigen Zinsen gut 90 Euro unter dem Vorjahresniveau und 16 Euro unter dem Wert vom Vormonat.

Günstige Baufinanzierung führt zu höheren Darlehen

Die niedrigen Zinsen und guten Rahmenbedingungen für Darlehen führen laut Dr. Klein dazu, dass die Darlehenshöhe insgesamt steigt. Das Geld, das derzeit an anderer Stelle bei der Baufinanzierung gespart werden kann, wird somit für einen höheren Kredit genutzt. Gegenüber dem Vormonat stieg die durchschnittliche Darlehenshöhe um 5.000 Euro auf 168.000 Euro und liegt so 15.000 Euro über dem Vorjahreswert. Im Monat davor war die Darlehenshöhe lediglich um3.000 Euro gestiegen. Der Anstieg der Kredithöhe wirkt sich allerdings auf die Höhe der Kaufpreise aus: Sowohl für Eigentumswohnungen als auch für Einfamilienhäuser ist ein deutlicher Preiszuwachs zu verzeichnen. Auch der durchschnittliche Tilgungssatz ist von 2,27 Prozent auf 2,30 Prozent gestiegen. Dies zeige, dass Darlehensnehmer die aktuelle Lage bewusst nutzen und durch eine höhere Tilgung eine schnellere Rückzahlung anstreben, so Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher bei Dr. Klein. Ein Jahr zuvor lag der Tilgungssatz nur bei 2,12 Prozent. Auch der Eigenkapitalanteil ist von 22,17 Prozent auf 22,39 Prozent gestiegen. Somit handeln die Käufer sicherheitsorientiert: Denn bei einem höheren Anteil an Eigenkapital kann das Objekt bei gleicher Standardrate schneller abgezahlt werden. Dementsprechend ist der durchschnittliche Beleihungsauslauf von 77,83 auf 77,61 gesunken. Im Vorjahr lag der Anteil an Fremdkapital mit 78,52 Prozent höher.

Sollzinsbindung ging leicht zurück

Im April ging die durchschnittliche Sollzinsbindung um einen Monat auf 11 Jahre und 11 Monate zurück. Sie liegt aber immer noch 6 Monate über dem Vorjahresniveau. Dieser Trend ist ebenfalls bei Annuitätendarlehen anzutreffen: Der Anteil sank von 69,09 Prozent auf 68,15 Prozent. Damit liegt er allerdings noch über dem Vorjahresniveau von 66,35 Prozent. Insgesamt nehme die Spekulation auf sinkende Zinsen ab, so Gawarecki. Dies sei auch am Rückgang des Anteils von Annuitätendarlehen mit variablen Zinssatz erkennbar: Innerhalb eines Jahres ist der Wert von 2,79 Prozent auf 1,12 gefallen. Auch der Anteil von KfW-Darlehen ist rückläufig und von 15,57 Prozent auf 14,11 gesunken. Im Gegensatz dazu hat die Forwardfinanzierung an Bedeutung gewonnen: Der Anteil ist im Vergleich zum Vormonat um 27 Prozent gewachsen und liegt damit bei 14,21 Prozent. Somit ist erkennbar, dass Kreditnehmer das niedrige Zinsniveau nutzen, um sich rechtzeitig günstige Baufinanzierungszinsen für die Zukunft zu sichern.

Kauflaune und Angst vor Immobilienblase steigt

Derzeit wollen 14 Prozent der Bundesbürger die günstigen Konditionen zur Baufinanzierung nutzen, um Eigentum zu erwerben, wie eine aktuelle Umfrage von TNS-Infratest herausfand. Im Vorjahr hatten nur 6 Prozent vor, von den günstigen Rahmenbedingungen zu profitieren. Erst vor wenigen Wochen wurde der Leitzins von der EZB auf 0,5 Prozent gesenkt. Die Umfrage ergab außerdem, dass 59 Prozent der Deutschen die Meinung vertreten, dass der Immobilienkauf eine gute Alternative zu Sparanlagen darstelle. 40 Prozent sind allerdings der Meinung, dass die niedrigen Zinsen eine steigende Gefahr für den Immobilienmarkt seien. Im Vorjahr hielt nur jeder Dritte Bürger die Gefahr einer Immobilienblase für möglich.
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