News | Wohnen in Deutschland Der Zensus – Mieten, Eigentum und Wohnen in Deutschland

4. Juni 2013 | von
Dusche in der Wohnung Dusche in der Wohnung: Kein Luxusgut, aber in vielen Wohnung kein Standard. Foto: birgitH / PIXELIO

Weniger Einwohner als gedacht und hunderttausende Wohnungen mit zweifelhafter Ausstattung: Der aktuelle Zensus des Statistischen Bundesamtes brachte interessante Fakten ans Licht. Eines bleibt jedoch wie gehabt: Deutschland ist eine Mieternation. Der Zensus des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2011 brachte nun interessante Einblicke in die deutsche Lebenswelt. Die erste Überraschung gab es bereits bei der Einwohnerzahl, denn diese ist nicht so hoch, wie bisher vermutet. 2011 lebten 80,2 Millionen Einwohner in Deutschland und somit 1,5 Millionen weniger als bisher angenommen. Trotz der um 1,8 Prozent nach unten korrigierten Einwohnerzahl hat Deutschland mit Berlin, München, Hamburg und Köln weiterhin vier Städte mit über einer Million Einwohner. Die Immobiliensituation in Deutschland

Die Wohnungsgrößen in Deutschland.

Die Wohnungsgrößen in Deutschland. Daten: Zensus 2011

Nach Auswertung des Zensus gab es in Deutschland insgesamt 19 Millionen Häuser mit 41.298.747 Wohnungen – dies sind wiederum 500.000 mehr, als erwartet. Von den rund 42 Millionen Wohnungen werden 42,6 Prozent von den Eigentümern selbst genutzt und circa 52 Prozent von Mietern. Im nationalen Vergleich hat Deutschland vergleichsweise wenig Wohnungen, die auch von den Eigentümern bewohnt werden. Deutschland bleibt somit weiterhin eine Mieternation mit einem im Europavergleich hohen Anteil an Mietern. Jedoch sind die Zahlen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, in Niedersachen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland liegt der Anteil der selbst genutzten Eigentumswohnungen bei 50 Prozent, in Metropolen wie in Hamburg oder München jedoch jeweils nur bei 30 Prozent. Jede 20. Wohnung steht leer Die Leerstandquote in Deutschland betrug am Zensus-Stichtag 4,4 Prozent. Das bedeutet, dass jede 20. Wohnung in Deutschland leer steht. Jedoch hat sich die Wohnungsproblematik insbesondere in den Metropolen und Universitätsstädten in den vergangenen Jahren deutlich verschäft, die Zahlen könnten demnach bereits überholt sein. Zudem gibt es große regionale Unterschiede: Der Osten ist von Leerstand deutlich mehr betroffen als der Westen. So ist in Sachsen beispielsweise jede 10. Wohnung unbewohnt. Die niedrigsten Leerstände gab es in Erlangen mit 0,4 Prozent und Karlsruhe mit 0,8 Prozent. Obwohl die durchschnittliche Wohnungsgröße bei 90 m² liegt, leben viele Deutsche – vor allem in Berlin und Hamburg – in deutlich kleineren Wohnungen. In Berlin ist sogar jede zehnte Wohnung kleiner als 40 m². Die größten Wohnungen sind im Saarland und im Rheinland verzeichnet worden. Im Schnitt haben die Deutschen 4,4 Zimmer zur Verfügung.
Wie in Wohnungen geheizt wird.

Wie in Wohnungen geheizt wird. Daten: Zensus 2011

Bemerkenswert ist die Zahl der Wohnungen, die ohne Heizung, WC oder Dusche ausgestattet sind. In knapp 680.000 Wohnungen fehlen Toilette oder Dusche, in 330.000 sogar beides. Besonders häufig ist dies in Sachsen und Thüringen der Fall, selbst in München betrifft es 1,5 Prozent der Wohnungen. Die Zahl der Wohnungen, die ohne Heizung auskommen müssen liegt, bei 200.000, knapp 2,5 Millionen Haushalte werden noch mit Öfen beheizt. Der Zensus 2011 zeigt also, dass es große regionale Unterschiede gibt, was das Wohnen in Deutschland angeht. Bei der ersten gemeinsamen Volkszählung in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union bekamen alle Eigentümer postalisch Fragebögen zugeschickt. Für die Auswertung brauchten die Statistiker zwei Jahre.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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