Mieten | Wohnungsnot Wirtschaftsinstitut kritisiert mögliche Mietpreisbremse

7. Juni 2013 | von
Wohnungsbau IW: Mietpreisbremse könnte Wohnungsbau behindern. Foto: Sebastian Göbel / PIXELIO

Eine Mietpreisbremse würde die derzeit in zahlreichen Städten herrschende Wohnungsnot nicht beseitigen – zu diesem Fazit kommt eine aktuelle Studie. Die Forscher warnen zudem vor negativen Effekten.

Die Mietpreisbremse könnte nicht den erhofften Erfolg in Form von weniger stark steigenden Mieten haben – im Gegenteil, sie könnte das Problem weiter verschärfen. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA).

Die steigenden Mieten seien auf die derzeit hohe Nachfrage sowie ein geringes Angebot zurückzuführen. Dies sei nur durch einen intensivierten Wohnungsneubau zu ändern, so die Forscher. Doch genau der Wohnungsneubau würde nach Ansicht des IW durch eine Mietpreisbremse für Investoren unattraktiv.

Mit einer Mietpreisbremse fordern CDU, SPD und die Grünen eine Regelung, dass bei Neuvermietungen die Miete nicht mehr als einen bestimmten Prozentsatz über den ortsüblichen Vergleichsmieten liegen darf. Damit sei das Problem jedoch längst nicht gelöst, denn durch eine Mietpreisdeckelung werden die hohen Belastungen nicht sinken. Der Markt zeige, dass neue Mietwohnungen benötigt werden. Eine Mietpreisbremse würde das Problem nur aufschieben und vergrößern.

Neubau ist erforderlich

Dem Immobilienökonomikexperten des IW Michael Voigtländer zufolge wären derzeit vor allem 25 Ballungsgebiete betroffen, in denen 15 Millionen der knapp 80,2 Millionen Menschen leben. Dort helfe nur Wohnungsneubau, anders sei das Problem der hohen Mieten nicht zu lösen. Hinzu kommt, dass es zum Beispiel in Berlin bis zu drei Jahre dauert, bis ein Neubau genehmigt wird. Es gebe in allen Städten genügend Flächen um neue Wohnungen zu bauen, nur müssten diese genehmigt werden, sagt Reiner Braun, Immobilienexperte des Marktforschungsinstitutes Empirica.

Energetische Vorschriften als Kostenfaktor

Ein Problem beim Wohnungsbau seien zudem die immer strengeren Vorschriften in Bezug auf die Energieeffizienz, die sich als Kostentreiber entpuppt haben. So würden sich dem IW zufolge Neubauten in mittleren Lagen erst lohnen, wenn die Nettokaltmieten dafür bei knapp 10 Euro je Quadratmeter liegen. Wenn die ortsübliche Vergleichsmiete jedoch sieben Euro betrage, könne der Vermieter bei einem Deckel von 10 Prozent nur 7,70 Euro verlangen. Keine attraktiven Bedingungen für Investoren.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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