Wohnen | Studenten Wohnungsnot: Kasernen und Bürogebäude als Unterkunft für Studenten?

10. Juni 2013 | von
Universitäts-Campus In vielen Universitätsstädten herrscht derzeit Wohnungsmangel. Ein Runder Tisch soll Lösungen aufzeigen. Foto: www.JenaFoto24.de / PIXELIO

In Deutschlands Universitätsstädten gleicht die Suche nach günstigen Studentenbuden derzeit dem Finden einer Nadel im Heuhafen. „Der zweite Runde Tisch Wohnraum für Studierende“ sucht nun nach Lösungen für die Wohnungsproblematik. Ob die Studienanfänger auch in diesem Jahr wieder in Turnhallen übernachten müssen, wird sich allerdings erst noch zeigen. In vielen Universitätsstädten beklagen Studierende einen gravierenden Wohnungsmangel. Brennpunkte ergeben sich vor allem an Hochschulstandorten, die durch die große Nachfrage ein hohes Mietpreisniveau aufweisen, zum Beispiel Münster, Potsdam und Erlangen. Zum Semesterbeginn mussten in den vergangenen Jahren etliche Studienanfänger in Notunterkünften wie zum Beispiel in Turnhallen übernachten oder einen langen Fahrweg zur Uni in Kauf nehmen, da nicht genügend Wohnungen oder Wohnheimplätze zur Verfügung standen. In Hamburg denken die Verantwortlichen beispielsweise darüber nach, ausrangierte Wohnschiffe zu Studentenwohnheimen umzufunktionieren. Damit sich solche Dinge in diesem Jahr nicht erneut ereignen, tagte am vergangenen Freitag der zweite Runde Tisch zu dem Thema „Wohnraum für Studierende“. Bereits im November 2012 organisierte Peter Ramsauer, Bundesbauminister der CSU, erstmals das Treffen von Politik, Verbänden und Studenten, um alle Akteure an einen Tisch zu bringen. Bisher agieren diese zu häufig unabhängig voneinander – nun sollen alle zusammen arbeiten, um die Situation zu verbessern. Kasernen zu Unterkünften Beim zweiten runden Tisch stellte Ramsauer sein Positionspapier „Mehr Wohnungen für Studierende in Deutschland“ vor. Darin ging es vor allem um die Umwandlung von Büroräumen und militärischen Liegenschaften zu preisgünstigen Wohnraum für Studierende. Zudem soll zum Neubau von Appartements angeregt werden, jedoch seien hohe Anforderungen wie Energieeffizient oder Stellplätze für PKW´s nicht wirtschaftlich und für die Schaffung von preiswertem Wohnen nicht förderlich. Dahingegen würden Fördermittel der Länder und des Bundes mehr Dynamik in das Segment bringen und mittelfristig für Entspannung sorgen. Wie schnell das gehen soll, blieb jedoch ungewiss. Laut den Angaben Ramsauers fehlen rund 70.000 Wohneinheiten. Bereits jetzt gelten Studentenwohnungen als lohnenswerte Investitionsobjekte. Konkrete Projekte gibt es dennoch kaum. Jedoch gibt es auch Stimmen die den Umbau von Kasernen und Bürogebäuden in Studentenwohnungen nicht für die perfekte Lösung halten. Katharina Mahrt vom Freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften beispielsweise ruft die Kommunen zu kurzfristen Lösungen auf. Und dazu gehöre der Ausbau der Wohnheime sowie die Erhöhung der Sozialwohnungsquote bei Neubauten. „Zum Studieren gehört ein Dach über dem Kopf“ sagte Katharine Mahrt Medienberichten zufolge.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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