Geld / Finanzierung | Immobilienfinanzierung Immobilienfinanzierung: Tester kritisieren mangelhafte Beratung

19. Juni 2013 | von
Baufinanzierung Test Wer ein Haus bauen oder kaufen will, sollte mehrere Angebote vergleichen. Foto: Heike Hering / PIXELIO

Immobilienkäufer und Hausbauer können sich nicht in jedem Fall auf ihren Baufinanzierungsberater verlassen, wie eine Untersuchung von Stiftung Warentest ergeben hat. Häufig werden zu hohe Kreditraten vorgeschlagen und zu wenige Informationen gegeben. Lediglich zwei von 21 Beratungen wurden als „gut“ bewertet.

Derzeit liegen die Zinsen für eine Baufinanzierung auf einem historisch niedrigen Stand, der Kauf von Immobilien ist attraktiv wie lange nicht. Die Stiftung Warentest führte einen Praxistest bei 21 Banken und Kreditvermittlern durch und stellte dabei erhebliche Mängel fest. Mit der Sparda Baden-Württemberg und die Frankfurter Volksbank schlossen dabei lediglich zwei Banken mit einem gut ab und überzeugten mit einer guten Beratung. In drei Fällen verteilte die Stiftung die Note „mangelhaft“, sechsmal ausreichend und zehnmal befriedigend.

Die Tester ließen sich von 21 Banken und Vermittlungsgesellschaften zur Finanzierung einer Eigentumswohnung beraten und Kreditangebote erstellen. Dabei waren die Kreditraten-Empfehlungen oft zu hoch, die Berater schafften es zudem häufig nicht, die Kreditrate an das Budget des Ehepaares anzupassen. Jeder fünfte Berater machte sogar den Fehler, das Limit um 150 Euro im Monat zu überziehen. Bei einigen Testkunden wäre es sogar dazu gekommen, dass sie 400 Euro mehr im Monat ausgegeben hätten, als gewünscht. In den meisten Fällen war die Kreditsumme zu hoch.

Mangelhafte Beratung

Einige Berater rieten sogar dazu, den Hauskauf komplett per Kredit zu finanzieren und wiesen die Kunden nicht auf die dadurch entstehenden höheren Zinsen hin. Hinzu kommt, dass die Berater häufig zu wenige Informationen preisgaben. In vielen Fällen wurden Fördermöglichkeiten wie Wohn-Riester oder ein Darlehen der staatlichen KfW-Bank in den Beratungsgesprächen nicht erwähnt, oft fehlten Tilgungspläne, Angaben über die Restschuld am Ende der Zinsbindung und die voraussichtliche Dauer bis zur Schuldtilgung.

Zwischen guten und schlechten Finanzangeboten lagen bis zu einem Prozent Zinsunterschied, durch die unterschiedliche Beratung gab es Zinsunterschiede von insgesamt bis zu 30.000 Euro. Das Ergebnis sei „beunruhigend für alle Verbraucher, die erwägen, eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen oder zu bauen”, sagte Finanztest-Chefredakteur Hermann Josef Tenhagen. Nur gut informierte und kritische Kunden sollten das Wagnis Baufinanzierung wagen, empfiehlt die Stiftung Warentest.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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