Berliner müssen überdurchschnittlich viel für Miete ausgeben

25. Juni 2013 | von
Berlin Friedrichstraße Berliner sehen sich bei der Mietbelastung an der Grenze angekommen. Foto: Rolf Handke / PIXELIO

Viele Berliner müssen knapp die Hälfte ihres Einkommens aufwenden, um die Miete und die Nebenkosten zu bezahlen. Trotz guter wirtschaftlicher Lage ist zudem keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt in Sicht. Eine mögliche Lösung schlägt der Berliner Mietverein vor. Mehr als die Hälfte der Berliner erwartet in den nächsten fünf Jahren eine drastische Mietpreissteigerung in der Hauptstadt, die besonders die unteren Einkommensgruppen durch die Mietsteigerung belasten würden. Ein Großteil der Mieter sieht sich bereits jetzt nicht mehr in der Lage, weitere Steigerungen bei der Miete und den Nebenkosten zu tragen. Das geht aus einer Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS im Auftrag der Wüstenrot & Württembergischen Gruppe hervor, die der Berliner Zeitung exklusiv vorliegt.

Hohe Belastung für die Mieter

Die Belastung der Berliner Mieter durch steigende Mietpreise ist der Untersuchung zufolge in den letzten Jahren stark gestiegen. Die Kaltmieten kletterten allein zwischen 2009 und 2011 um bis zu knapp acht Prozent. Aufgrund der stetig wachsenden Zuwanderung nach Berlin wird sich an dem knapper werdenden Wohnraum in die Hauptstadt auch in Zukunft nichts ändern. Laut der Berliner Zeitung müssen Berliner im Schnitt 38 Prozent ihres Haushaltseinkommens für die Miete inklusive Nebenkosten oder zur Finanzierung ihrer eigenen Immobilie aufwenden. Das sind vier Prozentpunkte mehr als der Bundesdurchschnitt, der 34 Prozent beträgt. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt schlägt sich vor allem auf die unteren Einkommensgruppen nieder. Berliner, die ein Einkommen unter 1.500 Euro haben, müssen im Schnitt 46 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen ausgeben. Das schließt jedoch nicht aus, dass auch bei höheren Einkommen die Belastung groß ist. Bei Einkommen zwischen 1.500 bis 4.000 Euro wird immer noch ein Drittel für die Miete benötigt. Erst bei einem Haushaltseinkommen von über 4.000 Euro liegt die monatliche Belastung nur noch bei 26 Prozent.

Keine Grenze bei Wiedervermietungen

Besonders problematisch sei, dass trotz Wirtschaft- und Beschäftigungswachstums in Berlin das Lohn- und Gehaltsniveau noch unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Und auch eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt ist nicht zu erwarten. Die hohe Nachfrage bei dem geringen Immobilienangebot treibt die Mietpreise in der Hauptstadt weiter in die Höhe, bilanziert Günther Schönfeld, Geschäftsführer der Wüstenrot Immobilien GmbH. Vor allem in den beliebten Bezirken ist das Wohnen für den Normalbürger kaum noch bezahlbar. Es fehlt an bewohnbaren und bezahlbaren Wohnraum. Das Problem seien die Möglichkeiten der unbegrenzten Preise bei Wiedervermietungen, betont Michael Roggenbrodt, Geschäftsführer des Berliner Mietvereins. Deshalb fordert der Verein eine Begrenzung bei der Wiedervermietung auf zehn Prozent oberhalb der ortsüblichen Vergleichsmieten.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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