Immobilienkauf: Lage wichtiger als Dämmung

3. Juli 2013 | von
Wärmedämmung Immobilien: Energetischer Zustand weniger wichtig als Lage. Foto: Rainer Sturm / PIXELIO

Immobilienkäufern ist die Lage des Gebäudes wichtiger als ein hoher energetischer Standard. Zu diesem Fazit kommt eine aktuelle Studie. Auch der Preisabschlag für schlecht gedämmte Häuser ist nicht mehr so hoch wie in den Jahren zuvor.

Wer ein Haus kaufen möchte, achtet in der Regel auf unterschiedliche Auswahlkriterien. In erster Linie spielt hier die Lage, die Verkehrsanbindung, das Grundstück, die Größe, die Aufteilung, aber auch Kosten, Zustand und Energiestandards eine Rolle.

Wenn die drei Faktoren Lage, Preis und Größe den Vorstellungen der Immobilienkäufer entsprechen, spielt der energetische Zustand der Immobilie inzwischen eine kleinere Rolle als noch vor einigen Jahren. Zu diesem Fazit kommt eine repräsentative Studie des Immobilienportals immowelt.de und Prof. Dr. Stephan Kippes von der Hochschule Nürtingen-Geislingen.

Die Befragung von 560 Immobilienspezialisten wie Makler oder Bauträger im Rahmen des „Marktmonitor Immobilien“ ergab, dass vor allem Preis und Lage ausschlaggebend für eine Kaufentscheidung waren. Für weniger Immobilieninteressenten spielten Energiesparen und Energiestandards eine entscheidende Rolle.

Geringere Preisabschläge bei schlechtem energetischen Zustand

Einfluss energetischer Zustand auf ImmobilienpreisIn Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass derzeit 35 Prozent der befragten Makler glauben, dass ein scheinbar schlechter energetischer Zustand eines Gebäudes den Marktwert negativ beeinflussen kann. Vor einem Jahr waren noch 45 der Makler dieser Ansicht.

Für Käufer seien derzeit neben der Lage offenbar Kriterien wie Preis und Größe deutlich wichtiger als die Energieeffizienz. 40 Prozent der Makler betonten, dass sich Häuser trotz schlechtem energetischen Zustand nicht schlechter verkaufen, wenn sie besonders gut gelegen sind. Auch hier ist die Entwicklung augenfällig: So waren im Vorjahr nur 35 Prozent der Makler dieser Auffassung, 2010 32 Prozent.

Regionale Unterschiede beim Abschlag

Bei der Höhe der Preisminderung gibt es zudem signifikante regionale Unterschiede. So lag der Preisabschlag im Norden bei 19,2 Prozent, im Westen bei 18,2 Prozent und im Osten bei 20 Prozent. Im Süden Deutschlands war er mit 16,3 Prozent jedoch besonders niedrig. Für Gesamtdeutschland erwarten die Makler in diesem Jahr, dass ein energetischer Rückstand den Kaufpreis um durchschnittlich 17,8 Prozent drückt. Auch dies wäre weniger als im vergangenen Jahr. 2012 gaben die Makler an, dass energetische Defizite den Kaufpreis im Schnitt um 21 Prozent gesenkt haben.

Jeder vierte Eigentümer will in Eigenregie Wärmedämmen

Einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) verfügt derzeit nur ein Bruchteil aller Wohngebäude mit einem Baujahr vor 1971 über eine komplette Wärmedämmung. Weil steigende Energiekosten für viele Hausbesitzer ein immer drängenderes Problem sind und ökolgisches Wohnen im Trend liegt, sind laut GfK-Umfrage 40 Prozent der Hausbesitzer bereit, das Haus in Eigenregie zu dämmen. Immerhin jeder fünfte will Fenster und Türen selbst austauschen. Skeptischer sind Eigentümer bei der Selbst-Installation von Heizungs- oder Wärmeanlagen. Wer die nötige Expertise besitze und selbst anpacke, kann viel Geld sparen, erklärt eine LBS-Mitarbeiterin.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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