Wohnen | Wohnungsnot Kein Platz: Deutsche leben in zu kleinen Wohnungen

16. August 2013 | von
Hochhaus Kein Platz: Deutsche leben in zu kleinen Wohnungen. Foto: Erich Westendarp / PIXELIO

Millionen Bundesbürger leben in überbelegten Wohnungen. In Deutschland liegt die Überbelegungsquote bei 20 Prozent. Besonders armutsgefährdete Menschen hausen in viel zu kleinen Wohnungen.

Untersuchungen des Statistischen Bundesamts ergaben, dass die Wohnungen von sieben Prozent der Deutschen im Jahr 2011 überbelegt waren. Armutsgefährdete Menschen sind von der Überbelegung besonders betroffen. Sie besitzen nicht das nötige Geld, um sich eine größere Wohnung zu leisten. Demnach ist auch die Überbelegungsquote bei armutsgefährdeten Menschen mit einem Anteil von 20 Prozent fünf Mal höher als bei besser verdienenden Menschen. Als armutsgefährdet gilt, wer im Monat maximal 952 Euro zur Verfügung hat.

Nach Auffassung des Statistischen Bundesamts ist eine Wohnung dann überbelegt, wenn Erwachsene bzw. erwachsene Paare kein eigenes Zimmer für sich in der Wohnung zur Verfügung haben. Eine Überbelegung findet auch dann statt, wenn Jungen und Mädchen über zwölf Jahren sich ein Zimmer teilen müssen. Demnach sollten jüngere Kinder auch nur maximal zu zweit im selben Zimmer wohnen müssen. Bei gleichgeschlechtlichen Kindern ist von einer Überbelegung erst dann die Rede, wenn sie sich auch nach 18. Lebensjahr weiter ein Zimmer teilen müssen.

Deutschland schneidet im EU Vergleich gut ab

Doch im EU-Vergleich steht Deutschland gut da. Anders hingegen sieht es in Rumänien aus: Im Jahr 2011 war von jedem zweiten Rumänen die Wohnung überbelegt. Auch andere osteuropäische Länder müssen mit diesem Problem viel stärker kämpfen, als die Deutschen. Bei den Osteuropäern legt die Überbelegungsquote über dem EU-Durchschnitt.
Die Menschen in den Niederlanden hingegen verfügen über noch viel mehr Platz. Hier herrscht eine Überbelegung von lediglich zwei Prozent. Der EU- Durchschnitt liegt jedoch bei 17 Prozent.

Immer mehr Obdachlose

Obwohl Deutschland im EU-Vergleich eine eher geringe Überbelegungsquote aufweist, ist zu erkennen, dass es immer mehr Obdachlose in der Bundesrepublik gibt. Von 2010 bis 2012 stieg die Zahl der Wohnungslosen mit 15 Prozent drastisch an. Im vergangenen Jahr lag die Obdachlosenzahl bei 284.000.

Experten sehen die Ursachen für den drastischen Anstieg der Obdachlosen im Anstieg der Mietpreise. Ihre Befürchtung: Bis zum Jahr 2016 könnte die Zahl der Wohnungslosen in Deutschland auf 380.000 anwachsen.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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