Wohnen | Obdachlosigkeit Immer mehr Obdachlose in Deutschland

19. August 2013 | von
Obdachloser in Berlin Immer mehr Obdachlose in Deutschland. Foto: schubalu / PIXELIO

Aufgrund der steigenden Mietpreise in Deutschland können sich viele Bundesbürger keine eigene Wohnung mehr leisten. Die Konsequenz: Sie verlieren ihr Zuhause und landen auf der Straße. In den Jahren 2010 bis 2012 ist die Zahl der Obdachlosen auf 15 Prozent gestiegen.

Die Mietpreise auf dem deutschen Wohnungsmarkt steigen rasant. Für viele Deutsche werden die überteuerten Mieten zu einer harten Belastungsprobe. Besonders armutsgefährdete Bundesbürger können den Explosions-Mieten nicht mehr standhalten. Sie verlieren ihr Eigenheim und finden ihr neues Zuhause oftmals auf einer Parkbank. In den Jahren 2010 bis 2012 ist ihre Zahl einer Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) drastisch um 15 Prozent gestiegen.

So waren 284.000 Menschen im vergangenen Jahr in Deutschland wohnungslos. Unter ihnen befinden sich 32.000 Kinder und minderjährige Jugendliche. Viele Wohnungslose finden allerdings noch nicht einmal ein Sofa bei Freunden oder ein Bett in einer sozialen Einrichtung. Für sie ist die Straße ihr neues Zuhause. 2012 hatten circa 24.000 Bundesbürger gar kein Obdach.

Zudem haben viele Hartz-IV-Empfänger unter 25 Jahren ihre Wohnung verloren, weil ihnen als Sanktionierungsmaßnahme die Kostenerstattung für ihre Wohnung gestrichen wurde. Unter den meisten Obdachlosen befinden sich zumeist alleinstehende Männer.

Laut Experten wird sich die Situation in den nächsten Jahren noch weiter zuspitzen. So könnte die Zahl der Wohnungslosen bis zum Jahr 2016 auf 380.000 anwachsen. Als Grund für den drastischen Anstieg sehen die Experten die extrem gestiegenen Mietpreise vor allem in den Ballungsgebieten bei einer gleichzeitigen Verarmung der unteren sozialen Schichten.

Doch ein schnelles Umdenken auf dem deutschen Wohnungsmarkt ist schwierig. Die Hilfsverbände fordern als Konsequenz mehr sozialen Wohnungsbau. Zudem sollen mehr Präventionsstellen in Städten und Gemeinden geschaffen werden.

Was bedeutet Obdachlos?

Menschen, die über keinen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügen, gelten als Obdachlos. Viele von ihnen leben laut BAGW bei Bekannten und Verwandten oder in Hilfseinrichtungen.

Kein Platz in Wohnungen

Selbst wer das Glück hat eine eigene Wohnung zu besitzen, lebt oft in sehr beengten Verhältnissen. In Deutschland müssen vor allem Menschen mit kleinem Einkommen auch in kleinen Wohnungen leben. Laut Statistischem Bundesamt wohnten im Jahr 2011 sieben Prozent der Bevölkerung in Deutschland in zu kleinen Wohnungen. Das sind rund 5,6 Millionen Bundesbürger.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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