Allgemeines | Erneuerbare Energien Sonniger Juli sorgt für steigende Ökostrom-Umlage

2. September 2013 | von
Solarenergie: Sonniger Juli ein Grund für steigende EEG-Umlage Die EEG-Umlage könnte im kommenden Jahr erneut deutlich steigen. Foto: lichtkunst.73 / PIXELIO

Die deutschen Haushalte müssen sich in kommenden Jahr auf deutlich höhere Stromkosten einstellen. Grund dafür sind der sonnige Juli sowie sinkende Preise an der Strombörse.

Weil Strom an den Börsen immer günstiger wird und der sonnenreiche Juli für eine außergewöhnlich hohe Solarstromproduktion gesorgt hat, müssen Verbraucher in Deutschland mit erneut stark steigenden Stromkosten rechnen.

Was erstmal paradox klingt, hat seinen Hintergrund in der staatlich garantierten Vergütung für erneuerbare Energien. Das größere Angebot an erneuerbarer Energie hat die Preise an der Börse sinken lassen, wodurch die  Diskrepanz zwischen erlösten Preisen und garantierter Einspeisevergütung immer größer wird – der Verbraucher muss diesen  Betrag aufkommen.

Netzbetreiber legen die Umlage fest

Die Höhe der Umlage wird laut dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) durch die Übertragungsnetzbetreiber ermittelt und festgelegt. In den letzten Jahren standen die Zahlen meinst im Oktober fest. Einen Bericht des „Spiegel“ zufolge könnte die Umlage im kommenden Jahr mit einem Plus von 20% erneut deutlich steigen. Experten beziffern die Umlage auf dann möglicherweise 6,2 bis 6,5 Cent je Kilowattstunde. 2013 verteuerte sich die Umlage bereits von 3,6 auf 5,3 Cent.

Wie wirkt sich dies konkret auf die durchschnittliche Stromrechnung einer Familie aus? Ein Beispiel zeigt: Ein Durchschnittshaushalt mit vier Personen mit einem geschätzten Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden jährlich würden dies Mehrkosten von 48 Euro im Jahr nur durch die erhöhte EEG-Umlage bedeuten. Ein Single-Haushalt mit rund 1.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch wäre mit etwa 18 Euro Mehrkosten dabei. Kommen weitere Kosten durch Preiserhöhungen der Energieversorger und Netzbetreiber dazu, könnte sich die Summe noch deutlich erhöhen.



Kurz vor der Wahl  werden in der Politik immer mehr die Stimmen laut, die Maßnahmen zur Senkung der Ökostrom-Umlage fordern, etwa die Grünen. Ein Schritt könnte sein, den Strom aus Kohle bei der Einspeisung zu verteuern. Die niedrigen Preise an der Strombörse sollten an die Verbraucher weitergegeben werden und der Wettbewerb zwischen den großen Energiekonzernen gestärkt werden. SPD-Parteichef Gabriel fordert eine Reform des EEG, möchte jedoch auf Kohle als Energieträger nicht verzichten. Eine von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission präferiert ein Quotenmodell, welches einen Mindestanteil erneuerbarer Energien festlegt.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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