Immobilienmarkt | Wohnungsnot Drohender Wohnungsleerstand statt Wohnungsnot?

16. September 2013 | von
Wohnungsnot in den Metropolen, Leerstand andernorts? Wohnungsnot in den Metropolen, Leerstand andernorts? Foto: Bernd Reuter / PIXELIO

Immobilienboom und Wohnungsnot sind im Wahlkampf ein präsentes Thema. Dabei soll Experten zufolge in absehbarer Zukunft auf dem Land und in verwahrlosten Städten eine Wohnungsnot drohen.

So stehen auf dem Land viele Wohnungen leer, während immer mehr Menschen in die derzeit boomenden Städte ziehen. Betroffen sind dabei zunehmend nicht nur wie in vergangenen Jahren Gegenden in Ostdeutschland, sondern auch Großstädte im Westen der Republik wie Essen oder Dortmund. Wissenschaftlern des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln zufolge, die den Wohnungsleerstand voraussagen, wird etwa im thüringischen Suhl bereits im Jahr 2030 jede fünfte Wohnung leer stehen. Gefährdet seien zudem Pirmasens, Hagen und Hof, wo nach Aussagen der Forscher viele Häuser nicht mehr bewohnt sein werden. Auch für den Kreis Salzgitter wird ein Rückgang der Wohnungsnachfrage von 17 Prozent erwartet, in Remscheid rechnen die Experten mit 14 Prozent.

Bevölkerungsrückgang sorgt für Leerstand

Der Hauptgrund für den drohenden Wohnungsleerstand in einigen Städten soll die schrumpfende Bevölkerung in Deutschland sein: Demnach wird die Einwohnerzahl der Bundesrepublik in den kommenden Jahrzehnten deutlich zurückgehen. Bei einer Nettozuwanderung von 100.000 Personen pro Jahr und einer Geburtenrate von 1,4 Kindern pro Frau werden in Deutschland nur noch knapp 65 Millionen Menschen leben. Einen weiteren Grund für den erwarteten Wohnungsleerstand stellt außerdem der Zuzug in die Ballungszentren dar: Besonders für junge Menschen sind Großstädte in Bezug auf Mobilität sowie Job- und Ausbildungschancen attraktiv. In der Konsequenz führt die steigende Beliebtheit großer Städte zu einem Überangebot an Wohnungen in den ländlichen Regionen.

Der Leerstand kann sich zunehmend auch zu einem Problem für Hauseigentümer entwickeln, warnen die IW-Experten, denn die Eigenheimpreise werden in den Wegzugsregionen voraussichtlich drastisch fallen. So erweise es sich bereits jetzt für Hausbesitzer im Zuge der geringen Nachfrage in den ländlichen Gebieten als schwierig, ihr Eigenheim zu verkaufen. Den betroffenen Kommunen wird daher geraten, keine neuen Wohngebiete mehr zuzulassen. Stattdessen sollte man darauf setzen, die Innenstädte attraktiver zu machen und Baulücken in den Zentren zu schließen. Zu diesem Zweck sollten Investoren, die in den Innenstädten bauen, finanzielle Hilfen erhalten.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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