Energie | Energetische Sanierung Wärmedämmung und Co: Sanierung als Armutsrisiko?

25. September 2013 | von
Energetische Sanierung Kosten für energetische Sanierung: Wie teuer wird das Energiesparen? Foto: Rainer Sturm / PIXELIO

Wird Wohnen durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) immer mehr zum Luxusgut? Die TU Darmstadt kritisiert die Vorschriften für energetische Sanierungen als zu teuer. Widerspruch kommt von der Deutschen Energie Agentur (dena).

Die derzeitige Bundesregierung verfolgt das Ziel, bis zu 80% der verbrauchten Energie in Wohngebäuden einzusparen. Für Mieter und Immobilienbesitzer bedeutet dies allerdings höhere Kosten: Besitzer müssen Investieren, Mieter eine höhere Miete zahlen.

Die TU Darmstadt zu dieser Problematik eine Studie veröffentlicht. Hierbei wurden die Kosten für die Instandhaltung und nicht-energetische Maßnahmen betrachtet. Eine Sanierung mit vorgeschriebenen Technologien käme dabei viel teurer, als wenn lediglich das Einsparziel festgelegt würde, so die Forscher.

Unrealistische Kosten? Deutsche Energie Agentur kritisiert die Studie

Kritik an der Studie kommt von der Deutschen Energie Agentur. Die errechneten Kosten seien unrealistisch und zu hoch angesetzt, so der Tenor. Der Studie zufolge entstünden Kosten von rund 300.000 Euro für ein durchschnittliches Einfamilienhaus, wenn die Technologie vorgeschrieben würde. Bei freier Wahl der Technologie könnten jedoch zwischen 16 und 33% gespart werden. Die dena berechnet im Zusammenhang mit Sanierungskosten vor allem die Warmmietenneutralität. Das heißt, Sanierung und Modernisierung fallen immer wieder an und damit auch steigende Energiepreise.

Viele Hausbesitzer und Mieter scheinen von den Klimazielen der Bundesregierung überfordert. Sanierungen im Energiebereich erhöhen bringen Kosten für beide Parteien mit sich: Viele Vermieter könnten die Mehrkosten für die Sanierung nicht aufbringen, von höheren Mietpreisen wären vor allem sozial schwache Menschen betroffen. Demnach könnten mehr Familien bzw. Mieter in die Armutsfalle rutschen, kritisiert die Studie der TU.

Die dena weist mit Blick auf die Studie darauf hin, dass es einfache Mittel zum Einsparen von Heizkosten gebe. So seien die Förderprogramme der KfW nicht berücksichtigt. In der Studie sei von Sanierungskosten von rund 140.000 Euro die Rede, dies sei schon für rund die Hälfte zu machen.

Auch der Gesamtverband Dämmstoffindustrie kritisiert die Studie. So sei von Zwangssanierungen die Rede, die unrealistisch seien. Auch Pauschalaussagen zu Mietkosten sollten vermieden werden. Die Kosten für eine Sanierung müssten im Einzelfall betrachtet werden und könnten nicht pauschal berechnet werden.

Fest steht jedoch, dass die Eigentümer bereits jetzt finanziell belastet sind. Allgemeine steigende Energiepreise und Wohnkosten sind häufig mit Kredit-Schulden und damit Rückzahlungsverpflichtungen verbunden, unabhängig vom Verkehrswert des Hauses.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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