Energie | Erneuerbare Energien Ökostrom-Umlage: Bürger wollen neues Modell

27. September 2013 | von
Windrad Ökostrom ja - höhere Kosten nein. Deutsche wollen keine weiteren Preiserhöhungen. Foto: Dirk Maus / PIXELIO

Die Energiewende ist ein umstrittenes Thema, vor allem bei der Finanzierung gibt es unterschiedliche Ansichten. Eine Umfrage zeigt jetzt, dass die Deutschen dafür nicht tief in die Tasche greifen wollen.

Das sogenannte Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, gilt als Förderinstrument für Ökostrom. Doch höhere Kosten beim Strompreis zur Finanzierung von Ökostrom lehnt die Mehrheit der Deutschen ab. Zwar befürworten viele die Energiewende, doch nicht zum Preis von höheren Stromrechnungen. Das liegt an den aktuell hohen und wahrscheinlich weiterhin steigenden Energiepreisen. Viele sind nicht mehr für Mehrkosten bereit, wie eine Umfrage von TNS Infratest im Auftrag von Scholz & Friends ergeben hat.

Was das EEG regelt

Das EEG regelt die Verpflichtung der Energiekonzerne, Ökostrom etwa aus Wasserkraft oder Windenergie unabhängig von der Nachfrage abzunehmen und ins allgemeine Netz zu speisen. Dafür erhalten die Produzenten von Ökostrom eine festgelegte Vergütung von rund 18 Cent pro Kilowattstunde. Diese Zahlungen wurden auf 20 Jahre gesetzlich garantiert. Die Netzbetreiber müssen den Ökostrom an der Strombörse anbieten, allerdings bekommen sie nur knapp vier Cent pro Kilowattstunde. Die Differenz wird auf den Verbraucher und seine Stromrechnungen umgeschlagen. Eine steigende EEG-Umlage bedeutet auch Mehrkosten bei der Stromrechnung der Verbraucher.

Dena fordert Reformen

Daher fordert unter anderem die Deutsche Energie-Agentur Dena die Abschaffung des Energie-Gesetzes. Sinnvoller sei es, Windräder und Solaranlagen zuzulassen, wenn die Anlagen auch ins System integriert werden könnten. Es solle eine Reform der Förderung von erneuerbaren Energien geben. Ein Vorschlag dazu besagt, dass die Netzbetreiber mitteilten, wo mehr Kapazitäten frei würden. Hier kann dann etwa Windkraft oder Fotovoltaik den Strombedarf decken. Damit würde die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien garantiert. Die Vermarktung des Ökostroms sollte künftig bei den Produzenten liegen. Dies fördere den Wettbewerb und die Direktvermarktung auf eigenes Risiko der Produzenten schaffe Raum für innovative Unternehmen.

Die Politik zeigt sich bei dem Thema zurückhaltend. Bundeskanzlerin Merkel zwar ebenfalls eine Reform der Energiewende, aber den Vorrang der Einspeisung von Ökostrom will sie beibehalten. Die Rede ist von einer Weiterentwicklung des EEG. Auch die SPD verspricht eine grundlegende Reform, allerdings soll auch hier der Vorrang der Einspeisung erhalten bleiben.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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