Bauen | Berlin Tempelhofer Feld: Bebauung ab 2016?

2. Oktober 2013 | von
Tempelhofer Feld Tempelhofer Feld: Nach der Schließung des Flughafens beliebter Ort für Berliner. Foto: Christa Nöhren / PIXELIO

Das Tempelhofer Feld soll ab 2016 bebaut werden, 1.700 Wohnungen stehen auf dem Bauplan des Senats. Doch Luxuswohnungen sollen auf der Tempelhofer Freiheit nicht entstehen. Im Gegenteil: Es sind Mieten von sechs bis acht Euro pro Quadratmeter geplant.

Grünflächen des Tempelhofer Feldes müssen demnächst für den städtischen Wohnungsbau herhalten. Der Senat plant ab dem Jahr 2016 mit der Bebauung des Tempelhofer Feldes. Zukünftig sollen hier 1.700 Wohnungen entstehen, davon mindestens die Hälfte zu Mieten von sechs bis acht Euro pro Quadratmeter.

So sollen die preisgünstigen Quartiere Inhabern von Wohnberechtigungsscheinen vorbehalten sein. Die übrigen 800 Wohnungen werden hingegen zu Marktmietspreisen von zehn Euro pro Quadratmeter vergeben. Zudem plant der Senat schrittweise weitere Bebauungen am Süd- und am Ostrand des Feldes. Insgesamt sollen so 4.700 Wohnungen entstehen. Auch Platz für Erholung, Freizeit und Sport soll geschaffen werden. Hierfür wird eine circa 230 Hektar große Freifläche in der Mitte des Feldes eingeplant.

Die Bebauungen seien laut Senat äußerst sinnvoll, da die Bevölkerung Berlins bis 2030 um rund 250.000 Menschen wachsen soll. Daher brauche die Stadt jedes Jahr circa 10.000 neue Wohnungen. Bereits jetzt gibt es ein historisches Tief beim Wohnungsleerstand in der Hauptstadt. Wie die Wohnungen schlussendlich aussehen sollen, ist bislang noch nicht klar. Nach Angaben des Senats gebe es hier noch einen gewissen Diskussionsspielraum.

Die „Berliner Mischung“ macht`s

Das Tempelhofer Feld bietet die einmalige Chance, Freifläche mit bezahlbarem Wohnraum zu verbinden. Hierbei legt der Senat besonderen Wert auf die „Berliner Mischung“ verschiedener Einkommensschichten in einem Quartier. Zudem besitzt die Tempelhofer Freiheit im Gegensatz zu den anderen Stadtteilen in Berlin noch viel Platz und damit auch die Möglichkeit, bezahlbaren Wohnraum anzubieten. Und das sei nach Angaben des Senats auch notwendig, denn die Nachfrage wachse stetig. Besonders in Tempelhof, Kreuzberg und Neukölln finden Wohnungssuchende keinen passenden Wohnraum mehr, in der Stadt wurden gar Strafen für überhöhte Mieten diskutiert.

Neben Wohnungen sollen in dem Quartier am Tempelhofer Damm auch Büros und Gewerberäume entstehen. Hierfür werden auch private Unternehmen eingeladen, um sich am Bau zu beteiligen. Die Oberleitung hat allerdings immer noch der Senat. Laut diesem werde es keine Komplettvergabe geben. Zudem ist im Südwesten des ersten Baufeldes am Tempelhofer Damm das umstrittene neue Gebäude für die Zentral- und Landesbibliothek geplant. Es sollen Büros, Dienstleistungen und Forschungseinrichtungen am Südring sowie ein Wohngebiet nahe der Oderstraße in Neukölln in Angriff genommen werden.

Initiative gegen die Bebauung des Feldes

Die Initiative „100% Tempelhofer Feld“ spricht sich gegen jede Änderung am Tempelhofer Feld in seiner heutigen Gestalt aus. Sie hatte in kürzester Zeit 28 000 Unterschriften gesammelt und strebt nun ein Volksbegehren an. Insgesamt sind 174 000 gültige Unterschriften erforderlich, um die Durchführung eines Volksbegehrens zu erreichen. So wurden circa 130 000 Blätter mit Eintragungslisten der Initiative vom Landeswahlleiter bereitgestellt.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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