Strompreise: Doch nicht so teuer wie gedacht?

4. Oktober 2013 | von
Stromnetze und Windräder EEG-Umlage: Preise für das Jahr 2014 stehen Mitte Oktober fest. Foto: Rudolpho Duba / PIXELIO

In den kommenden Wochen wird Höhe der EEG-Umlage für das Jahr 2014 bekannt gegeben. Der Anstieg könnte geringer ausfallen als befürchtet, dennoch wird Strom erneut teurer werden. Einen großen Anteil daran haben die Netzentgelte, auch der Staat profitiert.

Durch die Energiewende werden die Verbraucher gleich doppelt mit steigenden Preisen belastet. Der erste Posten ist die oft erwähnte EEG-Umlage. Nachdem vor Kurzem noch ein Anstieg auf bis zu sieben Cent je Kilowattstunde befürchtet wurde, gehen Experten inzwischen von einer Verteuerung der Umlage von 5,3 auf maximal 6,3 Cent netto pro kWh aus. Für eine vierköpfige Familie mit einem jährlichen Verbrauch von 4.400 kWh entspräche dies Mehrkosten von 40 €.

Der zweite Posten sind Netzentgelte. Hier könnten die Preise sich in den kommenden Jahren verdoppeln.

Anstieg auf sieben Cent wurde befürchtet

Mit den aktuellen Schätzungen scheinen die ersten Befürchtungen einer deutlichen Verteuerung vom Tisch. So rechnete dena-Geschäftsführer Stephan Kohler Medienberichten zufolge in diesem Jahr mit einem Anstieg von rund 30 Prozent. Der Preis pro Kilowattstunde inklusive Mehrwertsteuer hätte sich in diesem Fall auf 8,33 Cent verteuert.

Neben den garantierten Einnahmen für die Ökostrom-Produzenten liegt der Gewinn vor allem beim Staat. Durch die Besteuerung der EEG-Umlage verdient dieser an steigenden Preisen mit. Im Berechnungsfall der dena würde das Steuereinnahmen von 464 Millionen Euro bedeuten. Auch aus diesem Grund wollen viele Bürger ein neues Modell für die Finanzierung Erneuerbarer Energien.

Preistreiber Netzentgelte

Doch nicht nur die EEG-Umlage sorgt für steigende Strompreise. Die Kosten für die Netzentgelte könnten sich bis 2020 verdoppeln, so die Prognose des Vergleichsportals Verivox. Das wäre ein Anstieg von rund 75 Prozent. Die höheren Netzentgelte kommen durch den Ausbau der Stromnetze in Deutschland zustande und sind erforderlich, um beispielsweise an der Nordsee erzeugte Windenergie in Bayern nutzbar zu machen. Die sogenannten Stromautobahnen, also die Höchstspannungsleitungen, sind deshalb eine tragende Säule der Energiewende.

Doch rund 40 Prozent der Verbraucher könnten beim Strompreis sparen. Laut Bundesnetzagentur beziehen diese 40 Prozent ihren Strom noch beim örtlichen Anbieter und sind im Grundversorgungs-Tarif. Ein Wechsel in einen anderen Tarif oder zu einem anderen Anbieter kann eine Ersparnis zwischen 130 und 400 Euro ausmachen.

Die EEG-Umlage ist der Anteil der Verbraucher an der Energiewende. Über die Umlage wird der Ausbau erneuerbarer Energien vom Staat finanziert. Es handelt sich hierbei um einen Anreiz für Ökostrom-Produzenten. Der Staat garantiert ihnen so für 20 Jahre einen festen Preis für ihren Strom und das unabhängig vom Preis an der Strombörse.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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