Wohnen | Altersgerechtes Wohnen Wohnen im Alter: Noch kein Erfolgsmodell

16. Oktober 2013 | von
Schloss mit Schlüssel Die eigene Wohnung im Alter. Foto: Jakob Ehrhardt / PIXELIO

Alternative Wohnungsangebote für ältere Menschen jenseits von Pflegeheimen haben sich in Deutschland noch nicht flächendeckend durchgesetzt. Die Nachfrage nach altersgerechten Wohnformen ist hingegen groß.

Viele Menschen wünschen sich, ihr Leben auch im Alter so selbstständig und unabhängig wie möglich zu verbringen – vorzugsweise in den eigenen vier Wänden. Umgesetzt werden kann dies etwa in Form von betreutem Wohnen, generationsübergreifenden Hausgemeinschaften oder anderen modernen Wohnkonzepten. Das Interesse an alternativen Wohnungsangeboten ist dabei groß. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge wird davon ausgegangen, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2040 im Vergleich zum Jahr 2000 etwa um 70 Prozent steigen wird.

Großteil des Wohnungsbestandes nicht altersgerecht

Darauf ausgerichtet ist die deutsche Wohnlandschaft bisher nicht – alternative Wohnmöglichkeiten für ältere Menschen sind noch lange nicht die Regel, wie aus einer kürzlich veröffentlichten Studie von Jones Lang LaSalle und der DPF AG hervorgeht. Über-50-Jährige wohnen demnach größtenteils in der eigenen Wohnung und, sofern sie im Mehrfamilienhaus (56 Prozent) leben, zu 64 Prozent zur Miete. Ihre Wohnungen sind dabei durchschnittlich 105 Quadratmeter groß, während die altersunabhängige Durchschnittsgröße von Wohnungen hierzulande bei 90 Quadratmetern liegt. Häufig ist die Wohnung nicht altersgerecht ausgerüstet, beispielsweise durch Treppenlifte oder ebenerdige Duschen.

Wohnungsgröße ist nicht entscheidend

Die Größe der Wohnung wird von den Befragten jedoch nicht als ausschlaggebend empfunden: 65 Prozent wünschen sich eine kleinere Wohnung und würden im Alter lieber in eine neue und altersgerechtere Wohnform umziehen. Dafür würde auch ein finanzieller Abstrich in Kauf genommen werden: Fast die Hälfte der Befragten würde bei einem Umzug in eine kleinere, aber barrierefreie Wohnung gleich viel ausgeben wie bisher. 12 Prozent wären sogar bereit, mehr als zuvor für eine altersgerechte Wohnung zu zahlen. Das Konzept generationsübergreifende WG oder Wohngemeinschaften für ältere Menschen scheint sich bislang kaum durchzusetzen. Nur fünf Prozent der Über-60-Jährigen wohnen derzeit in einer WG.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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2 Kommentare zu Wohnen im Alter: Noch kein Erfolgsmodell

  1. Bernd sagt:

    Ich denke, dass man für das späte Alter es sich lohnen würde ein Mehrfamilienhaus kaufen. Dadurch kann man neben der Rente noch etwas verdienen. Naja ich bin erst Anfang 20 und mal schauen ob es bei mir dann noch die Rente geben wird. Ich stelle mir das aber auch irgendwie toll vor, wenn ich mit meinen Freunden mit über 60 noch in einer WG wohnen würde. Wäre bestimmt lustig =) Ansonsten finde ich den Text sehr gut geschrieben und informativ. Danke

  2. Werner sagt:

    Hallo,

    ich habe mir auch viele Gedanken über das Wohnen im Alter gemacht. Meine Vison ist die Realisierung eines Seniorendorfes/Parkes mit bewusst, ganzheitl. und naturliebend eingestellten Menschen im Alter +50, bestehend das ca. 10-30 kleinen ebenerdigen modularen Einfamilienhäusern mit 50-100qm Wohnfläche in Heidelberg oder Mannheim bzw. näheren Umgebung, sowie einem größeren Wohngebäude mit Wohnungen zur Miete und Gemeinschaftsräumen. Dort können Aktivitäten wie Joga, Thai Chi, Meditationen u.a und ein Begegnungscafe und eine ganzheitliche Praxis (Arzt+HP+ Pflegepersonal b. Bedarf +weitere Therapeuten die von den Bewohnen vorrangig genutzt werden können) usw, eingerichtet werden. Die Häuser werden als ökologisches wohngesundes Fertighaus im Werk komplett gefertigt und mittels Transporter und Kran vor Ort auf vorhandene Streifenfundamente aufgestellt. 3-4 Tage danach kann man schon einziehen und das ab ca. 80.000Euro je nach Größe + Grundstück. Die Häuser werden mittels “Erneuerbaren Energien” fast zum Nulltarif beheizt und das WW erzeugt. Dieses Modell möchte ich auch in anderen Städten und Gebieten in ganz Deutschland realisieren. Bei Interesse versende ich gerne weitere Infos unter [email protected]
    Grüße
    Werner

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