Mieten | Wohnungsmarkt Wohnpreisspiegel: Mieten erneut gestiegen

1. November 2013 | von
Wohnraummangel in Ballungsgebieten Platz oder Planung - Was ist Schuld am Wohnraummangel in Deutschland? Foto: Christian Thiele / wikimedia / cc-by-sa 3.0

Der deutsche Wohnungsmarkt ist so gespalten wie selten zuvor. Das zentrale Ergebnis des IVD-Wohn-Preisspiegels 2013/2014: Die Neuvertragsmieten für Wohnungen in Deutschland sind im vergangenen Jahr flächendeckend in allen Wohnwert und Baualtersklassen sowie in allen Städtegrößen moderat angestiegen.

Der Immobilienverband Deutschlands (IVD) kam im IVD-Wohn-Preisspiegel 2013/2014 zu dem Ergebnis, dass die Neuvertragsmieten für Wohnungen in Deutschland im vergangenen Jahr flächendeckend in allen Wohnwert- und Baualtersklassen in allen Städtegrößen moderat angestiegen sind.

Für Wohnungen mit mittlerem Wohnwert, die nach 1949 entstanden sind, zahlt man im Deutschland-Durchschnitt 5,75 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Entwicklung um plus 3,1 Prozent. So seien die Mieten nach Aussagen von Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbandes IVD entgegen der öffentlichen Wahrnehmung weniger stark gestiegen als angenommen.

Allerdings ist die Bandbreite der Preise bei den Mieten sehr hoch. So besteht in München mit Abstand der teuerste deutsche Wohnungsmarkt. Der Mietpreis für derartige Wohnungen ist hier doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

Mietentwicklung in Großstädten

Die Durchschnittsmiete liegt in den zehn größten Städten für Wohnungen mit mittlerem Wohnwert, die vor 1948 errichtet worden sind, bei 7,90 Euro pro Quadratmeter. Dieses Ergebnis entspricht einem durchschnittlichen Mietanstieg von 4,87 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut Schick haben sich demnach die Preise in den Großstädten nicht wesentlich stärker erhöht als im Bundesdurchschnitt. Zudem sei die öffentliche Wahrnehmung, dass die Mieten explodieren, ein Phänomen besonders nachgefragter Szeneviertel, so der IVD..

So liegen München (12,60 Euro, +5,00  Prozent) und Stuttgart (10 Euro, +4,17 Prozent) auf Platz eins der teuersten Städte. An dritter Stelle folgt Frankfurt/Main mit 9,30 Euro pro Quadratmeter (+2,20 Prozent.). Die Mietentwicklung in Frankfurt/Main liegt damit nur knapp über der Inflationsrate. Hingegen die Mieten in Düsseldorf konstant geblieben sind.

Die Durchschnittsmiete liegt bei 8,27 Euro pro Quadratmeter (+5,37 Prozent) für Wohnungen mit mittlerem Wohnwert, die nach 1949 in den zehn größten Städten Deutschlands errichtet worden sind.  Auch hier befinden sich die höchsten Mieten in München (11,90 Euro, +6,25 Prozent), in Stuttgart (10 Euro, +4,17 Prozent) und Hamburg (8,95 Euro, +5,29 Prozent).

IVD: Reale Mieten 2013 niedriger als 1993

In den vergangen 20 Jahren sind die Mieten sogar deutlich gesunken, da sich das Preisniveau im selben Zeitraum um rund 38 Prozent erhöht hat, die Mieten in Deutschland aber nur um 5,8 Prozent gestiegen sind. So liegen die inflationsbereinigten Mieten im Jahr 2013 im bundesweiten Schnitt 23,33 Prozent und die Mieten der zehn größten Städte um 15,91 Prozent unter dem Niveau von 1993.

Hingegen der Anteil des Nettohaushaltseinkommens, welchen Mieter für die warmen Wohnkosten ausgegeben haben, ist in den vergangenen 20 Jahren leicht zurückgegangen. So mussten im Jahr 1993 die Mieter im Bundesschnitt 24 Prozent ihres Nettohaushaltseinkommens für ihre Wohnung ausgeben.

Anteil der Mieten am Nettohaushaltseinkommen konstant?

Laut Jürgen Michael Schick liegt der Anteil seit 2006 konstant bei etwa 15 bis 16 Prozent. Grund hierfür sind die fallenden Mietpreise in den 1990er Jahren und im steigenden Nettohaushaltseinkommen. Für Mieten in deutschen Metropolen trifft dieser Schnitt jedoch kaum zu.

Ebenfalls moderat entwickelt haben sich die ermittelten Mieten für Neubauwohnungen. Sie liegen deutschlandweit im mittleren Segment bei rund 7,04 Euro pro Quadratmeter. Demnach beläuft sich das Plus auf 3,7 Prozent. Hingegen in den Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern sie in der mittleren Wohnwertkategorie bei 9,63 Euro und mit gutem Wohnwert bei 11 Euro

pro Quadratmeter liegen. Doch die Neubaumieten zeigen trotz der halbjährlich steigenden Herstellungskosten keine erkennbaren Mitzieheffekte bei den Mietpreisen.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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