Immobilienmarkt | Immobilienblase Bundesbank: Immobilienblase ist unwahrscheinlich

29. November 2013 | von
Immobilienblase in Deutschland? Die Bundesbank sieht keine Gefahr. Immobilienblase in Deutschland? Die Bundesbank sieht keine Gefahr. Foto: Dieter Schütz / PIXELIO

Steigende Mieten, höhere Preise für Immobilien, all dies sind keine echten Neuigkeiten. Mit dem Thema beschäftige sich auch jüngst die Bundesbank und kommt zu dem Schluss, dass knapper Wohnraum und Spekulation die Preise vor allem in den Großstädten steigen lassen.

Dabei setzt die Bundesbank nach und erteilt der Mietpreisbremse eine Absage. Die grundlegenden Probleme des Immobilienmarktes seien so nicht zu lösen, etwa der Mangel an Mehrfamilienhäusern und Geschosswohnungen. Nur wenn die Investoren darin Potenzial sehen und Rendite erwarten, entschließen sie sich zum Bau entsprechender Objekte. Dem würde die Mietpreisbremse, also die Begrenzung von Mietsteigerungen kontraproduktiv entgegenwirken. Die Bundesbank schreibt in ihrem Bericht auch von Überbewertungen im Bereich zwischen fünf und zehn Prozent, in reizvollen Metropolen auch bis zu 20 Prozent. Noch erkennen die Banker darin jedoch keine Spekulationsblase. Betrachtet man den Immobilienmarkt als Ganzes, ist eine Überbewertung im bundesweiten Ausmaß nicht zu erkennen. Allerdings erwarten die Immobilienspezialisten der Bundesbank kurzfristige Preissteigerungen. Dies gilt vor allem für Wohnungen, Einfamilienhäuser sind auf einem stabilen Preisniveau.

In den größten Städten der Republik wie Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf sind die Preise für Wohnraum in den letzten Jahren um durchschnittlich 25 Prozent gestiegen. Wohnungen und Häuser sind besonders in diesen Regionen zu teuer, so die Kritik im monatlichen Bericht der Bundesbank. Das lässt sich kaum mit wirtschaftlichen Faktoren erklären, wie darin zu lesen ist. Hierfür sind demnach vor allem überzogene Erwartungen und Spekulation durch Investoren verantwortlich. Beim Preisanstieg für Mieten und Immobilien ist vor allem auch ein Unterschied zwischen Stadt und Land zu bedenken. Auch im nahen Umland der Metropolen nehmen die Preissteigerungen langsam zu. Ein wichtiger Faktor für die große Nachfrage nach Immobilien sind die niedrigen Zinsen für Hypothekenkredite und die niedrigen Renditen alternativer Vermögensanlagen. Auch wenn Immobilien als Kapitalanlage nach wie vor attraktiv sind, steigt die Nachfrage aber moderat, das Wachstum kaum dynamisch. Die Verbraucher haben nach wie vor ein sehr großes Vertrauen in die deutsche Wirtschaft und ihre Leistungskraft, das spiegelt sich auch im Immobilienmarkt und der Nachfrage nach Immobilien wider.

Auch wenn die Preissteigerungen zum Teil horrend sind, eine Immobilienblase wollen die Bundesbank-Experten darin jedoch noch nicht sehen. Somit geht derzeit vom Immobilienmarkt kein ernstes Risiko für die Volkswirtschaft aus. Die Preissteigerungen folgen ökonomischen Gesetzen von Angebot und Nachfrage und spiegelten die Verzögerung eines größeren Angebots bzw. die geringe Zahl an Neubauten wider, vor allem in den großen Städten. Gleichwohl warnt die Bundesbank vor Vermögensverlusten, die durch die Preissteigerungen entstehen könnten. Diese könnten auch erheblich ausfallen.

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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