Solarenergie | Photovoltaik Photovoltaik clever finanzieren

11. Dezember 2013 | von
Wie Photovoltaikanlagen finanziert werden können. Wie Photovoltaikanlagen finanziert werden können. Foto: Gabi Schoenemann / PIXELIO

Förderprogramme für Photovoltaikanlagen sollen Hausbesitzer bei der Nutzung von erneuerbaren Energien unterstützen und sauberen Strom erzeugen. Die meisten staatlichen Programme für private Häuslebauer bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an, Besitzer einer Photovoltaikanlage können aber auch vom Erneuerbare-Energien-Gesetz und teilweise von Förderprogrammen der Bundesländer, Gemeinden und Energieversorger profitieren.

Fördermöglichkeiten für Photovoltaikanlagen

Einspeisevergütungen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz

Betreiber von Photovoltaikanlagen erhalten nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz Einspeisevergütungen, die ab dem Investitionszeitpunkt für 20 Jahre festgeschrieben sind. Zwar sinken die Einspeisevergütungen stufenweise für künftig errichtete Photovoltaikanlagen. Andererseits sind jedoch die Anschaffungskosten gesunken und die Wirkungsgrade angestiegen.

Staatliche Förderung durch Darlehen und Zuschüsse

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) verfügt über verschiedene Förderprogramme, die eine zinsgünstige und bis zu 100-prozentige Darlehensfinanzierung einer Photovoltaikanlage ermöglichen. Bei fünfjähriger Kreditlaufzeit wird ein tilgungsfreies Jahr gewährt. Bei zehnjähriger Laufzeit können zwei und bei 20-jähriger Laufzeit drei tilgungsfreie Jahre eingeräumt werden. Erfolgt unter Einbeziehung erneuerbarer Energien eine Heizungssanierung, so ist außerdem ein Zuschuss des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) möglich. Beantragung und Auszahlung der Kreditmittel der KfW erfolgen über die Hausbank des Antragstellers. Nach Abschluss der Investition ist der KfW ein Verwendungsnachweis einzureichen.

Förderprogramme von Bundesländern, Gemeinden und Energieversorgern

Die meisten Bundesländer bieten derzeit zwar keine speziellen Solarstrom-Förderprogramme mehr an, unterstützen aber teilweise Maßnahmen, die der rationellen Energieverwendung oder dem Einsatz regenerativer Energien dienen. Beispiele hierfür sind das Förderprogramm progres.nrw (Nordrhein-Westfalen) und das Bayerische Modernisierungsprogramm (BayModR). Die Stadt Burghausen fördert die Installation von Photovoltaikanlagen mit einem Zuschuss von bis zu 500 Euro. Einzelne Energieversorgungsunternehmen unterstützen den Einbau einer Photovoltaikanlage mit einmaligen oder mit über mehrere Jahre verteilten Zuschüssen.

Steuervorteile für Besitzer von Photovoltaikanlagen

Besitzer von Photovoltaikanlagen können auf verschiedene Art und Weise von speziellen Steuervorteilen profitieren. Die Gewinnung von Strom und seine Einspeisung in das öffentliche Netz werden vom Finanzamt als unternehmerische Tätigkeit bewertet. Allerdings können sich Besitzer von Photovoltaikanlagen bis zu einem Jahresumsatz von 17.500 Euro als Kleinunternehmer von der Umsatzsteuerzahlung befreien lassen. Wer jedoch auf diese Befreiungsmöglichkeit verzichtet, dem erstattet das Finanzamt die auf die Errichtung der Photovoltaikanlage entfallende Umsatzsteuer. Außerdem können gemäß § 7g Absatz 1 Einkommensteuergesetz bis zu 40 Prozent der Anschaffungskosten als Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht werden, selbst wenn die Anlage erst innerhalb der nächsten drei Jahre errichtet wird. Zusätzlich darf eine Sonderabschreibung von 20 Prozent vorgenommen werden (§ 7g Absatz 5 Einkommensteuergesetz), über deren Verteilung innerhalb der nächsten fünf Jahre der Anlagenbetreiber frei entscheiden darf. Die Photovoltaikanlage kann zudem linear mit fünf Prozent jährlich abgeschrieben werden.

Schutz vor Witterungseinflüssen und Überspannung – die Photovoltaikversicherung

Eine Photovoltaikversicherung schützt vor den wirtschaftlichen Risiken bei Zerstörung oder Ausfall der Anlage sowie bei von ihr verursachten Schäden. Zu den möglichen Bestandteilen einer Photovoltaikversicherung gehören ein finanzieller Schutz vor Vandalismus, Diebstahl, Kurzschluss, Überspannung und Tierbiss sowie vor witterungsbedingten Gefahren wie Sturm, Hagel und Schneedruck. Bei einem Totalschaden wird gewöhnlich der Neuwert ersetzt, sodass eine Neuinvestition finanziell möglich ist. Photovoltaikversicherungen ersetzen auch Nebenkosten, beispielsweise für die Installation eines Gerüsts oder die Aufräumkosten nach einem Schadensfall. Bei kreditfinanzierten Solarstromanlagen verlangen die Darlehensgeber häufig ohnehin eine Photovoltaikversicherung. Wegen der fortlaufenden Darlehensraten bei kreditfinanzierten Anlagen ist nicht nur eine Absicherung der Solaranlage selbst, sondern auch ein Versicherungsschutz vor Ertragsausfällen anzuraten. Die Ersatzleistungen für Ertragsausfälle orientieren sich an der Leistung der Photovoltaikanlage und an der Ausfalldauer. Eine Betreiberhaftpflichtversicherung schützt den Eigentümer einer Photovoltaikanlage vor Schadensersatzansprüchen Dritter bei von der Anlage hervorgerufenen Schäden. Über den Autor: Das Redaktionsteam des Finanzdienstleisters Dr. Klein und des Online Finanzportals vergleich.de sitzt in Berlin und berichtet regelmäßig über die Geschehnisse der Finanzwelt. Unter anderem betreut es das Dr. Klein und das vergleich.de Blog.

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