Wohnen | Wohnen in der Zukunft Future Living Berlin: Die Erprobung von zukunftsfähigem Wohnen

7. Februar 2014 | von
Future Living Das Projekt Future Living soll besonders der älteren Generation zugutekommen. Foto: RainerSturm / PIXELIO

Besonders ältere Menschen sollen zukünftig von den modernen Wohnungen profitieren. Die Fertigstellung des Projekts Future Living ist für 2016 geplant. Noch in diesem Jahr will das Unternehmen GSW Sigmaringen mit dem Bau von insgesamt 70 Wohnungen beginnen.

In Berlin-Adlershof soll bis 2016 das Projekt Future Living realisiert werden. Bereits in diesem Jahr will dort die GSW Sigmaringen mit dem Bau von 70 Wohnungen beginnen. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg. Das Vorhaben der GSW Sigmaringen will zeigen, wie sich technische Unterstützungssysteme in der Praxis realisieren und nutzen lassen.

Geplant ist der Bau von zahlreichen Wohnungen, die alle über oberflächennahe Geothermie beheizt werden und ebenso eine hohe Energieeffizienz aufweisen. Zudem bieten die Wohnungen größtmögliche Sicherheit und hohen Komfort. Besonders ältere Menschen sollen die zukünftigen Mieter solcher Wohnungen sein. Die geplanten Wohnungen werden mit einem Bodenbelag ausgestattet, der erkennt, wenn der Bewohner gestürzt ist und nicht mehr aufstehen kann. Dank modernster Technik wird es den Bewohnern zusätzlich möglich sein, über Internet den Arzt um Rat zu fragen. Die Wohnungen sind zudem mit einem Kühlpostkasten ausgestattet. Diese Einrichtung ermöglicht dem Hauslieferservice Milch, Wurst und andere Lebensmittel problemlos abzuliefern, sodass der Bewohner nicht mehr selbst im Supermarkt einkaufen gehen muss.

Ältere sollen möglichst lange selbstständig bleiben

Das Future Living Berlin soll bundesweit als Vorbild in Bezug auf assistierende Technik fungieren. Solche assistierenden Techniken sollen es älteren Menschen ermöglichen, möglichst lange in der eigenen Wohnung bleiben zu können. Laut den Experten sei die Zeit für ein solches Wohnprojekt reif. So werde es zu einer rasanten Marktentwicklung kommen, da die Technik sich stark weiterentwickelt habe.

Ingenieure beschäftigten sich derzeit mit der Weiterentwicklung des Hausnotrufs. Unter dem Namen Ambiact entwickelt das Institut für Informatik Oldenburg einen „Innovativen Stromsensor zur Aktivitätserkennung für Hausnotrufsysteme“. Die Ingenieure suchen nach einer Lösung, die bei einem häuslichen Notfall automatisch und zuverlässig Hilfe verspricht. Dabei konzentrieren sich die Akademiker auf Elektrogeräte, wie beispielsweise Leuchten, Wasserkocher oder Toaster. Diese werden mit einem Stromsensor ausgestattet. Der Sensor löst dann Alarm aus, wenn das Gerät innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht eingeschalten wird. Doch die Konsequenz dieser technischen Entwicklung könnte allerdings sein, dass die alarmierten Rettungskräfte schon dann vor Ort sind, wenn die Wohnungsmieterin gerade bei der Nachbarin zum Frühstück eingeladen ist und deshalb ausnahmsweise den Wasserkocher nicht eingeschaltet hat.

Der Praxistest für technische Innovationen im Wohnbereich

Laut den Kritikern fehle es bislang an Möglichkeiten, solche Sensorentechniken in der Praxis genau zu begutachten und auszuprobieren. Doch das geplante Wohnprojekt in Berlin-Adlershof soll Abhilfe schaffen: Neben den Wohnungen soll auch ein Innovations- und Besucherzentrum, innovative technische Lösungen präsentieren. Während die Finanzierung und das Betreiberkonzept für das Innovations- und Besucherzentrum noch nicht ganz geklärt sind, soll es mit den 70 Wohnungen des Future Living Berlin schon bald losgehen. So will im März 2014 die GSW Sigmaringen das Grundstück im neuen Wohngebiet „Wohnen am Campus“ erwerben und bereits im Sommer 2016 sollen die ersten Bewohner in die Wohnungen einziehen können.

Bei der Finanzierung dieses Bauprojekts will das Unternehmen auf öffentliche Fördermittel für die technische Ausstattung verzichten. Dennoch soll die Miete mit 9,50 Euro pro Quadratmeter auf einem für Neubauwohnungen moderaten Niveau liegen. Laut den Experten nütze das Konzept auch dem Vermieter, denn wenn die Mieter länger in der Wohnung blieben, habe der Vermieter weniger Mieterwechsel und damit weniger Investitionsbedarf.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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