Rechtliches | Mietrecht Mietrecht und Wohngemeinschaft

24. Februar 2014 | von
WG Wohngemeinschaften müssen oft auf andere rechliche Bedingungen achten. Foto: Paul-Georg Meister / PIXELIO

Immer mehr Menschen leben in Wohngemeinschaften. Der Trend wirft jedoch eine reihe rechtlicher Fragen auf. Das Landgericht Berlin hat mit einem neuen Urteil in einem Streitpunkt Klarheit geschaffen. Als Mieter in einer WG gibt es einiges zu beachten, etwa die Regelungen des Mietvertrags. Vor allem Studenten und Auszubildende leben in Wohngemeinschaften, sodass sie die Rechte und Pflichten als Mieter kennen sollten. Bereits vor dem Einzug sollten Mieter auf mögliche Mängel der Wohnung achten. Eine Mängelliste hilft dabei, die Wohnung beim Auszug so zu übergeben, wie sie gemietet wurde. Sanitäre Anlagen, Mobiliar, Heizung etc. sollten geprüft werden. Auch die künftigen Mitbewohner sollte man sich im Vorfeld anschauen. In einer WG gibt es Haupt- und Untermieter. Damit gehen unterschiedliche Rechte und Pflichten einher. Der Hauptmieter ist etwa für die pünktliche Zahlung der Miete und Nebenkosten zuständig, ebenso für den Zustand der Wohnung. Hauptmieter können Untermieter auch fristgerecht kündigen. Der Wechsel der Untermieter ist kein Kündigungsgrund Eine Berliner WG war mit dem Vermieter in einen rechtlichen Streit geraten, weil es immer wieder Wechseln der Bewohner gab. Die neuen Mitbewohner schlossen Nachträge zum Mietvertrag mit den ursprünglichen Mietern ab. Der Vermieter verweigerte jedoch plötzlich die Zustimmung. Der neue Mitbewohner bezog die Wohnung dennoch, woraufhin der Vermieter fristlos kündigte und auf Räumung klagte. Das Gericht wies die Klage zurück und begründete dies damit, dass der Mieterwechsel grundsätzlich die Zustimmung des Vermieters erfordert. Die WG aber Anspruch auf neue Mitbewohner hat, wenn keine schwerwiegenden Gründe dagegen sprechen. Vermieter einer WG müssen mit dem häufigen Wechsel der Mieter rechnen. Somit ist der Wechsel der Mitbewohner kein Kündigungsgrund für die Hauptmieter. Dies ist nur zulässig, wenn das im Mietvertrag eindeutig formuliert wurde. Dauerhafter Besuch ist bis zu sechs Wochen erlaubt Der Mietvertrag regelt beispielsweise die Haltung von Haustieren. Kleintiere wie Hamster oder Vögel dürfen in der Regel gehalten werden. Generell kann der Vermieter Haustiere nicht verbieten. Raucher in einer Nichtraucher-WG sollten mit den Mitbewohnern Regelungen treffen. Vermieter können kein generelles Rauchverbot aussprechen. Auch dauerhafter Besuch, der zu Lärm oder steigenden Nebenkosten führt, kann zum Problem werden. Verwandte dürfen bis zu sechs Wochen ohne Zustimmung des Vermieters bleiben. Streitpunkte in WGs sind häufig auch Partys und Grillen. Generell gilt eine Nachtruhe von 22 bis 7 Uhr. Meist regelt sich dies mit Absprachen gütlich, wenn Mitbewohner und Nachbarn rechtzeitig informiert werden. Vor dem Auszug müssen Kündigungsfristen eingehalten werden. Häufig kommen Mieter auch früher aus dem Vertrag, wenn sie einen Nachmieter vermitteln. Meist werden bei einem Auszug bis zu drei Monatsmieten als Kaution gezahlt. Der Vermieter muss diese Kaution samt Zinsen mit dem Auszug des Mieters zurückerstatten. Mögliche Mietrückstände oder Mängel in der Wohnung können dabei abgezogen werden. Beispielsweise müssen farbige Wände wieder weiß gestrichen werden, wenn sie ursprünglich weiß waren.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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