Mieten | Reparaturen Wann der Mieter für Reparaturen zur Kasse gebeten wird

28. Februar 2014 | von
Bohrer Fliese Mietrecht: Welche Reparaturen muss der Vermieter übernehmen? Foto: Guenter Hamich / PIXELIO

Der Ärger zwischen Vermieter und Mieter bei kleinen Schäden in der Wohnung ist oftmals groß. Vielen ist unklar, wer für die Reparaturkosten in der Wohnung aufkommen muss.

Reparaturarbeiten in der Wohnung stellen meist einen großen finanziellen Aufwand dar. Ob tropfender Wasserhahn, defektive Spülung oder loser Türgriff, die Reparaturarbeiten für solche geringen Schäden in der Wohnung können sich innerhalb eines Monats schon einmal zu einer halben oder ganzen Monatsmiete ansammeln. Ob für die Kostenübernahme der Mieter oder der Vermieter zuständig ist, wird vielfach diskutiert.

Entscheidend bei dieser Frage ist, ob etwas durch Verschleiß kaputt gegangen ist. Sollte dies der Fall sein, ist der Vermieter dazu verpflichtet, den Handwerker zu bezahlen. Der Mieter muss die Rechnung nur dann begleichen, wenn er den Schaden selbst verschuldet hat. Fällt dem Mieter beispielsweise ein schwerer Gegenstand auf die Fliesen, so muss dieser auch die Reparaturkosten dafür übernehmen. Es ist immer die Aufgabe des Vermieters, einen Handwerker zu beauftragen. Schönheitsreparaturen wie Streichen und Tapezieren muss ebenfalls der Mieter übernehmen. Zu diesen kann der Vermieter seinen Mieter auch vertraglich verpflichten.

Zwei Regeln bei kleineren Reparaturarbeiten

Die Rechtsprechung ermöglicht dem Vermieter zudem, bestimmte Kleinreparaturen auf den Mieter umzulegen. Allerdings muss sich der Vermieter beim Formulieren der Klausel an zwei Regeln halten.

Die erste Regel besagt, dass in der Vertragsklausel eine angemessene Kostengrenze genannt werden muss. Die zweite Regel weist darauf hin, dass die Klausel nur bei Kosten für Reparaturen von Einrichtungsgegenständen in der Wohnung gilt. Das bedeutet, dass der Mieter beispielsweise Reparaturarbeiten an den Tür- und Fenstergriffen sowie an den Lichtschaltern und Wasserhähnen tätigen darf. Reparaturarbeiten an Strom-, Wasser- und Gasleitungen hingegen zählen nicht dazu. Diese sind immer Sache des Vermieters.

Werden diese Regeln von dem Vermieter nicht eingehalten, ist die Klausel für Kleinreparaturen unwirksam und der Mieter muss nichts zahlen. Dann gilt die gesetzliche Grundregel, wonach der Vermieter Kleinreparaturen selbst zahlen muss.

Obergrenze für Reparaturkosten bei 75 bis 100 Euro

In keinem Gesetz steht, wie teuer eine Reparatur für den Mieter werden darf. Richterliche Fallentscheidungen legen jedoch das Maximum bei 75-100 Euro pro Reparatur als Obergrenze fest. Wenn an der Kleinreparatur-Klausel im Mietvertrag rechtlich nichts auszusetzen ist, muss der Mieter demnach nur Kosten unterhalb dieser Obergrenze zahlen. Liegen die Kosten darüber, muss der Mieter nicht einmal für die Differenz aufkommen.

Im Laufe eines Jahres könne sich je nach Wohnung Reparaturen ansammeln, die dem Mieter teuer zu stehen kommen. Daher müsse der Vermieter im Vertrag nicht nur die Grenze für eine einzelne Kleinreparatur festlegen, sondern auch eine Jahreshöchstgrenze. Laut Mietrechtsexperten gelten acht Prozent der jährlichen Miete ohne Heiz- und Nebenkosten noch als angemessen.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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