Diskriminierung im Wohnungsmarkt?

10. März 2014 | von
Klingelschild Wer es auf dem Wohnungsmarkt schwer hat. Foto: © Peter Smola / PIXELIO

Für viele Menschen kann die Suche nach einer neuen Wohnung zur Qual werden. Vor allem in einigen Großstädten suchen Mitglieder bestimmter Gesellschaftsschichten überdurchschnittlich lange nach einer passenden Wohnung.

In den Großstädten ist die Wohnungssuche ohnehin ein schwieriges Unterfangen. Zusätzliche Provisionen unter der Hand, aufwendige Bewerbungsmappen, Schokolade oder Wein als Bestechungsgeschenk, das sind nur einige Folgen des knappen Wohnraums. Die Mieter haben dabei die Möglichkeit, sich ihre Mieter auszusuchen. Und dies tun sie auch, indem Sie bestimmte Bevölkerungsgruppen bevorzugen. So hat ein Unternehmensberater bessere Chancen auf eine Wohnung als ein junges Paar mit Kind. Ein Immobilienportal hat nun herausgearbeitet, welche Berufsgruppen oder Bevölkerungsgruppen auf dem Wohnungsmarkt schwer eine Wohnung finden.

Wer nur schwer eine Wohnung findet

Menschen mit Migrationshintergrund oder exotisch klingenden Namen haben Probleme bei der Wohnungssuche. Sie werden seltener zu Besichtigungsterminen eingeladen oder sollen einen höheren Mietpreis zahlen. Eigentlich sind solche Benachteiligungen gesetzlich verboten.

Ähnlich trifft es auch Familien mit Kindern und Alleinerziehende. Viele Eigentümer vermieten ungern an Paare mit Kindern, sondern lieber an Paare ohne Kinder oder Singles. Die Kinder könnten die Nachbarschaft stören oder die Qualität der Wohnung auf Dauer mindern. Alleinerziehende haben gegen das Vorurteil zu kämpfen, die Miete nicht aufbringen zu können.

Auch Studenten und schlecht Verdienende suchen lange eine Wohnung. Studenten, Kellner oder Friseure haben demnach schlechte Karten. Hartz-IV-Empfänger kommen da besser weg, da ihre Miete vom Jobcenter gezahlt wird. Nicht gern gesehen sind auch Wohngemeinschaften, häufig leben hier Auszubildende und Studenten. Auch hier befürchten die Vermieter, die Wohnung könnte leiden und Partylärm könnte die Nachbarn stören. Abschreckend sind auch die häufigen Mieterwechsel.

Es klingt paradox, dass Juristen und Immobilienexperten Schwierigkeiten haben, eine geeignete Wohnung zu finden. Tatsache ist, dass viele Vermieter durch das Fachwissen das Nachsehen haben und etwa Juristen Formfehler in Mietverträgen schneller finden als andere Mieter. Ähnliches gilt für Mängel in der Wohnung. Vermieter sehen darin ein großes Risiko für sich selbst.

Obwohl in Deutschland das Gleichstellungsgesetz gilt, ist es oft schwierig, Diskriminierung und Benachteiligung zu belegen oder zu ahnden.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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