Immobilienbranche | Leer stehende Wohnungen Hoher Wohnungsleerstand außerhalb der Metropolen

12. März 2014 | von
Wohnungsleerstand Der Wohnungsleerstand ist europaweit maximal hoch. Foto: Tomsk / PIXELIO

Trotz der Wohnungsnot in den Metropolen stehen aktuellen Erkenntnissen zufolge in der EU Millionen Wohnungen leer.

In der Theorie könnten damit alle obdachlosen Europäer in einer Wohnung untergebracht werden. Hilfsorganisationen für Obdachlose zeigten sich schockiert und kritisierten, dass damit auf dem Wohnungsmarkt vieles im Argen läge. Sie forderten die Politik zum Handeln auf und appellieren dafür, die Immobilien auch als Wohnraum zu nutzen.

In Europa stehen aktuell rund elf Millionen Wohnungen leer, mehr als ausreichend für die rund 4,1 Millionen Menschen ohne Wohnung. Allein in Deutschland gibt es rund 1,8 Millionen leer stehende Wohnungen, in Spanien sind es sogar knapp 3,4 Millionen. In Frankreich und Italien sind circa zwei Millionen Wohnungen und in Großbritannien noch etwa 700.000 Wohneinheiten nicht vermietet. Viele davon entstanden vor der Finanzkrise im Rahmen des Immobilienbooms als Geldanlage und bleiben nun von den Besitzern ungenutzt.

Abriss, um Preise hochzutreiben

In vielen Urlaubsregionen im Süden Europas ist ein großer Leerstand auffällig, da die Immobilien nach der Finanzkrise nicht mehr verkäuflich waren. Recherchen ergaben außerdem, dass zahlreiche halbfertige Gebäude abgerissen wurden, um die Preise bestehender Immobilien in die Höhe zu treiben.

Besonders Untergeschosswohnungen, ungünstigere Lagen und das untere Preis- und Qualitätssegment sind stärker vom Wohnungsleerstand betroffen. Hier sind vor allem die Besitzer gefragt, der Entwicklung entgegenzusteuern.

Dennoch hat der Wohnungs-Neubau eine Chance, denn die Nachfrage nach hochwertigen Immobilien steigt nach wie vor. Dazu kommt der Aspekt des altersgerechten Wohnens, der immer wichtiger wird. Die Bedürfnisse verändern sich, die Menschen bleiben länger mobil und wollen auch im Alter möglichst lange in der eigenen Wohnung bleiben und vielleicht unterstützende Dienstleistungen zu Hause in Anspruch nehmen.

Extremer Kontrast zwischen Stadt und Land

In Deutschland ist zu beobachten, dass die einzelnen Regionen sich unterschiedlich entwickeln. Während auf dem Land immer mehr junge Menschen in die Städte abwandern, verschärft sich dort das Problem mit knappem Wohnraum und steigenden Mietpreisen. Zudem wird die Bevölkerung auf dem Land immer älter. Die Jungen konzentrieren sich auf die Städte. Das wirkt sich auch auf den Wohnungsmarkt aus.

Leer stehende Wohnungen sorgen aber auch dafür, dass die Mieten in den Ballungsräumen wendiger stark steigen. Gleichzeitig steigt die Zahl des Leerstandes in den Schrumpfungsregionen weiter an. Die Leerstandszahlen liegen hier meist doppelt so hoch wie in Ballungsräumen. In den prosperierenden Regionen sinkt die Zahl der leer stehenden Wohnungen hingegen – ein Trend, der Experten zufolge weiter anhalten wird. In den schwächeren Regionen nimmt der Leerstand dramatisch zu, in den Wachstumsregionen nimmt er dagegen ab.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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