Energie | Solarenergie Solarwirtschaft sieht Energiewende in Gefahr

19. März 2014 | von
Solarenergie Die EEG-Umlage soll auch auf Kohlekraftwerke umgelegt werden. Foto: Lupo / PIXELIO

Die große Mehrheit der Solarunternehmen geht davon aus, dass die Zahl der Neuinstallationen von Solaranlagen zurückgehen. Grund ist unter anderem die geplante Reform der EEG-Umlage.

Auch nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima und dem damit verbundenen Schub der Energiewende in Deutschland glaubt die Solarbranche nicht mehr an das Erreichen des Ausbauziels für Solarstrom. Rund 90 Prozent der Solarunternehmen gehen davon aus, dass das Ziel von 2.500 Megawattpeak pro Jahr weit verfehlt wird, wenn die reformierte EEG-Umlage für Selbstversorger mit Solarstrom kommt. Daher fordert die Solarbranche die Politik auf, die geplante EEG-Umlage für Selbstversorger auszusetzen. Nicht nur die Solarbranche, auch Umweltschützer, Verbraucherschutzorganisationen und Wirtschaftsverbände üben Kritik an den Plänen der Politik. Auch die Immobilienwirtschaft und die Bundesländer sehen die EEG-Umlage kritisch. Experten rechnen vor, dass damit die Strompreise für die Verbraucher nicht gesenkt werden können.

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Auch Kohlekraftwerke sollen belastet werden

Gemäß den Plänen der Regierung müssen Verbraucher, die Solarstrom nutzen, mit 70 Prozent der EEG-Umlage rechnen. Aktuell sind das etwa 4,4 Cent pro Kilowattstunde. Dadurch werden Fotovoltaik-Anlagen nicht rentabel und wirtschaftlich, was dazu führt, dass immer weniger Solaranlagen in Auftrag gegeben werden und damit die Solarunternehmen in Schwierigkeiten geraten könnten.

Nun werden Forderungen laut, nicht die Unternehmen zu belasten, die auf alternative Energien wie Solarstrom setzen, sondern Unternehmen, die den Treibhauseffekt mit verursachen. Dazu zählen Kohlekraftwerke, die von der EEG-Umlage ausgenommen sein sollen. Der Bundesverband Solarwirtschaft weist auch darauf hin, dass der kostengünstige Ausbau der Solaranlagen für Selbstversorger weitergehen muss. Sie trügen einen immer größeren Beitrag zum regionalen Ausgleich von Stromverbrauch und Stromerzeugung bei. Solarstrom muss künftig wettbewerbsfähig werden, so der Verband.

Arbeitsplätze gehen verloren

Die EEG-Abgabe und die sinkende Nachfrage von Solaranlagen, hätten auch Konsequenzen für die Arbeitsplätze der Branche. Schon jetzt wurde etwa die Hälfte der Unternehmen durch Kürzungen der staatlichen Solarförderung und den harten Wettbewerb in die Insolvenz getrieben beziehungsweise deren Arbeitsplätze vernichtet.

Der Bundesverband Solarwirtschaft hebt dagegen die Vorteile der Solarenergie hervor: So deckt der Solarstrom den Strombedarf und fängt die Spitzenlast im Tagesverlauf, zum Beispiel zur Mittagszeit problemlos auf. Weiterhin ist Solarstrom gut kalkulierbar. Im Tagesverlauf wird fortlaufend produziert. Schwankungen durch Sonne, Wolken und Temperaturunterschiede können mit moderner Technik und Systemen zur Prognose vorhergesagt werden. Auch als Ergänzung zur Windenergie lässt sich Solarstrom einsetzen. Moderne Technologien wie die Wechseltrichter-Technologie sorgen für eine bessere Netzaufnahmefähigkeit und Stabilität von Solarstrom. Überschüsse können leicht durch intelligente Kombinationen mit anderen erneuerbaren Energien wie Wind- oder Wasserkraft, Speichertechnologien oder ein geschicktes Erzeugungsmanagement aufgefangen werden.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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