Immobilienmarkt | Energetische Sanierungen Teuerung durch energetische Sanierung

31. März 2014 | von
Mietpreis Sanierungen ziehen oft einen kräftigen Mietpreisanstieg nach sich. Foto: Rainer Sturm / PIXELIO

Nach einer energetischen Sanierung sollte ein Berliner Mieter 135 Euro mehr im Monat zahlen. Nun wird vielerorts versucht diesen Trend einzudämmen. Die Sanierungen für energieeffizientes Wohnen sorgen immer wieder für steigende Mieten. Bisher konnte man schwer feststellen, ob ein Gebäude viel Energie verbrauchte oder nicht. Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur bieten viele Immobilien Möglichkeiten, bis zu 20 Prozent des Energiebedarfs mittels Modernisierungen oder dem Einsatz moderner Gebäudetechnik einzusparen. Profitieren könnten hier Mieter, Vermieter und vor allem auch die Umwelt.

Energieeffizienz fließt in den Mietpreis mit ein

Die Sanierungen zur Energieeffizienz haben in der Regel steigende Mieten zur Folge. In Städten wie Hamburg oder Berlin soll bei der Miete künftig auch der energetische Zustand der Wohnungen in den Preis einfließen. In einer Tabelle auf der Homepage der Hansestadt können sich Mieter und Vermieter informieren, ob der Energieverbrauch dem Durchschnitt entspricht oder von den Durchschnittswerten abweicht. Experten des Mietervereins Hamburg verweisen auf eine hohe Spanne. Doch die Tabelle dient als verlässliche Orientierungshilfe, um etwa Abschläge zu fordern, wenn eine Immobilie eine „Energieschleuder“ ist. Einen gesetzlichen Anspruch auf eine energetische Sanierung haben Mieter jedoch nicht. Dies ist nur im Falle eines Mangels möglich. Derzeit wurden aber Fälle bekannt, in denen die Sanierung genutzt wurde, um den Preis außerordentlich in die Höhe zu treiben. In einem Mietshaus in Berlin Prenzlauer Berg sollte mit dieser Begründung die Kaltmiete auf das Dreifache erhöht werden. Aufgrund solcher Vorfälle verdoppelte sich die Beratungstätigkeit der Mietervereine. Der Bund fordert bereits die Gebäudesanierung sozialverträglicher zu machen.

Umfassende Sanierungen sind oft unnötig

Der Berliner Bezirk Pankow sieht bereits konkrete Einschränkungen vor, unnötige Sanierungen und damit verbundene Mietpreissteigerungen einzuschränken. Die Maßnahmen zur Sanierung müssen hier als notwendig nachgewiesen werden. Nicht selten ist eine Sanierungstätigkeit überflüssig. Die Wärmedämmung und Anbringung von luftdichten Fenstern ist oft eine zu große Luftabdichtung, die Schimmel befördert. Neue Fenster und ein abgedichtetes Dach reichen oftmals aus, um die Energieeffizienz zu steigern. Besonders bei Altbauten sei die Fassadensanierung unnötig. Die Kosten dürfen um elf Prozent der reinen Modernisierungsaufwendungen umgelegt werden. In der angespannten Wohnungslage nutzen viele Vermieter diesen Spielraum maximal aus. Vielerorts ist der Wohnungsmarkt jedoch so angespannt, dass auch für alte unsanierte Mietwohnungen Nettokaltmieten von zehn Euro pro Quadratmeter bezahlt werden.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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