Mieten | Mieterhöhung Sanierung auf Mietpreis umlegen

9. April 2014 | von
Sanierung Sanierungen treiben die Mietpreise in die Höhe. Foto: lichtkunst.73 / PIXELIO

Energetische Sanierungen werden zunehmend dazu genutzt Mietpreise zu steigern. Dagegen soll nun vorgegangen werden.  

Der Deutsche Mieterbund kritisiert, dass Immobilienbesitzer zunehmend Sanierungsmaßnahmen wie den Einbau neuer Heizungen, Fenster oder Dämmung als Grund für Mieterhöhungen nutzen. Von der Politik werden nun Schutzmaßnahmen gefordert, damit die Kosten nicht auf die Mieter umgelegt werden können. Der Mieterbund fordert stattdessen, Mieterhöhungen von der verbesserten Energiebilanz einer Immobilie abhängig zu machen. Derzeit sind Preiserhöhungen von 11 Prozent der Kosten erlaubt.

Mietminderung nach drei Monaten Sanierung

Um Konflikte zu vermeiden, sollten Mieter und Vermieter wissen, was erlaubt ist und was nicht. Sanierungen sind immer mit Unannehmlichkeiten, Baustellenlärm und Dreck verbunden. In den ersten drei Monaten der Sanierung dürfen die Mieter die Miete nicht mindern. Sofern die Beeinträchtigungen nach diesem Zeitraum anhalten, darf die Miete gemindert werden. Es ist ratsam, hierfür einen Experten hinzuzuziehen.

Wenn der Vermieter den Mietpreis nach Abschluss der Baumaßnahmen erhöht, sollten Mieter dies genau prüfen. Mieter können gegen ungerechtfertigte Mieterhöhungen schriftlich Einspruch erheben. Andere Möglichkeiten sind, dass der Vermieter die Preise auf ortsübliche Mieten für modernisierte Immobilien erhöht und dabei die Kosten für die Sanierung nicht detailliert aufführt. Ein anderer Weg ist die individuelle, moderate Erhöhung nach Absprache.

Mieterhöhungen dürfen 11 Prozent nicht übersteigen

Die aktuellen Regelungen bieten viel Potenzial für Streitfälle. Experten wie der Verband Haus und Grund kritisieren die mangelnde Undurchsichtigkeit. Entsprechenden Regeln müssen praktisch und umsetzbar sein. Hier sei der Gesetzgeber gefragt, um geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen und energetische Sanierungen zu fördern.

Die Bundesregierung hat das Problem erkannt und will etwa den Anstieg der Mietpreise eindämmen. Davon betroffen sind vor allem die Bewohner von Häusern in Großstädten. Demnach sollten die Erhöhungen nicht über 11 Prozent steigen. Doch der Mieterbund beklagt, dass die Werte der Modernisierungsumlage nicht das eigentliche Problem löst, auch wenn sie bei sieben oder zehn Prozent liegt. Der Verband weist auf die falsche Verknüpfung der Kosten und der Mieterhöhung hin. Sinnvoller wäre eine marktwirtschaftliche Lösung etwa durch einen höheren Mietwert im Mietspiegel. Bis dies umgesetzt ist, könnten Zulagen weiterhelfen, die sich dann an der Energieeffizienz orientieren. Je höher die Ersparnis bei Energie und Heizung liegt, desto mehr kann auch der Mietpreis steigen.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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Ein Kommentar zu Sanierung auf Mietpreis umlegen

  1. Nils Stulz sagt:

    Hallo, Das schlimme ist ja das diese Umlegung oftmals keine zeitliche Begrenzung hat, auch wenn die Investitionen schon refinanziert sind. Ich kann die Gebäudesanierung ja verstehen. Gerade wenn man die Nebenkosten auf Ölheizung oder auch Gasheizung anschaut, dann dreht man die Heizung und damit den Heizkörper nur noch selten auf. Da kann ich die Investitionen in Solarkollektoren für die Solarheizung gut verstehen. Und wenn spätestens die Fenster immer Lüften und keine Komfortlüftung mehr nötig ist, dann sollte man auch hier über neue nachdenken.

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