Falsche Angabe von Quadratmetern

16. April 2014 | von
Grundrissplan eines Hauses Angabe der Quadratmeter. Foto: Tim Reckmann / PIXELIO

Ein aktuelles Urteil stellt nun klar, dass Mieter selbst für Klarheit sorgen müssen, wenn es um die genaue Größe einer Wohnung geht. Ansonsten müssen sie für geringere Wohnflächen zahlen.

So müssen Mieter etwa darauf achten, dass die korrekte Quadratmeterzahl im Mietvertrag angegeben ist. Experten von Mietervereinen sehen das Urteil skeptisch, denn für viele Laien schwer erkennbar, welche Quadratmeterangaben stimmen oder wie groß die Wohnung tatsächlich ist. Mieter sollten also im Zweifelsfall besser gründlich nachmessen, bevor ein Mietvertrag unterschrieben wird.

Im konkreten Fall ging es um eine Mieterin in München, die 2011 auf eine Wohnungsanzeige antwortete, in der die Quadratmeterzahl angegeben war. Der Makler bestätigte die Zahl bei der Besichtigung. Auf einem Grundriss und bei korrektem Nachmessen im Nachhinein stellte sich eine geringere Quadratmeterzahl heraus. Das Amtsgericht München wies die Forderung auf Rückzahlung ab. Begründung: Ein Anspruch auf Rückzahlung besteht, wenn die tatsächliche Wohnfläche mehr als zehn Prozent nach unten von der der angegebenen Wohnfläche abweicht. Dies muss etwa im Mietvertrag festgehalten werden. Angaben in einer Anzeige sind hier nicht ausreichend.

Angaben lieber prüfen

Mieter sollten immer vorsichtig sein, wenn im Mietvertrag keine konkreten Angaben zur Quadratmeterzahl zu finden sind. Damit ist klar, dass ein Vermieter keine zuverlässigen Angaben machen möchte. Mögliche Angaben in Prospekten oder in Zeitungsinseraten haben hier keine Rechtsverbindlichkeit und werden nicht automatisch Gegenstand in einem Vertrag. Mietervereine kritisieren, dass die Miete nach der tatsächlichen Größe berechnet werden muss. Ansonsten kämen erheblich höhere Mietpreise pro Quadratmeter zustande. Im oben genannten Streitfall spricht die Expertin vom Münchner Mietverein von einem Wert von 15 bzw. 19 Euro pro Quadratmeter.

Als Verbraucher geht man davon aus, dass man sich auf die Angaben eines Maklers verlassen kann. Das Urteil zeigt, dass Nachhaken und Nachprüfen hilfreich sind.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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