Mietrecht Balkon

25. April 2014 | von
Immobilie Die Zukunft sollte frühstmöglich geplant werden. Foto: Marlies Schwarzin / PIXELIO

Gerade an schönen Tagen im Frühjahr oder Sommer freuen sich viele Mieter über ihren Balkon. Wer einen Balkon zur Verfügung hat, kann ihn als Mieter grundsätzlich nutzen, wie man möchte. Man sollte dabei lediglich auf die Nachbarn Rücksicht nehmen und bei der Gestaltung einige Punkte beachten.

Viele Mieter freuen sich darauf, auf dem Balkon ein Sonnenbad zu nehmen, zu Grillen und die lauen Abendstunden auf dem Balkon zu genießen. Egal ob mit lieben Freunden, mit Musik oder einem gutem Buch. Auch die obligatorische Zigarette am Feierabend genießen viele Raucher gern auf dem Balkon. Dabei gilt, die Nachbarn nicht zu stören und in ihren Empfindungen zu verletzen. Eine Freude sind in jeder Stadt und an jedem Balkon die bunten Blumenkästen und andere Dekorationsgegenstände. So schön das alles ist, so sorgsam müssen Mieter dabei auf die Sicherheit achten. Bei Unwettern müssen die Gegenstände sturmfest angebracht sein, dass die Blumenkästen etc. keine Schäden anrichten oder andere Menschen gefährden. Ähnliches gilt für Möbel, die auf dem Balkon für Gemütlichkeit sorgen. Die feste Montage eines Sonnenschutzes oder -segels ist in der Regel mit der Erlaubnis des Vermieters möglich.

Gerichtsurteile zum Verhalten auf und mit dem eigenen Balkon

Zu diesen und ähnlichen Themen gibt es zahlreiche Gerichtsurteile. So kann etwa ein Vermieter nicht grundsätzlich die Montage einer Markise verbieten, auch wenn es sich dabei um eine bauliche Maßnahme handelt. Die Mieter müssen sich vor der Sonne schützen können. Dies gilt besonders dann, wenn die Mieter zusagen, den Urzustand wieder herzustellen, wenn sie ausziehen.

Wir haben schon die Blumenkästen erwähnt. Auch dies dürfen Vermieter nicht grundsätzlich verbieten. Vor allem ist das dann der Fall, wenn Passanten nicht gefährdet werden, etwa bei Sturm, oder aber bereits jahrelang Blumenkästen geduldet worden sind.

Das Amtsgericht München hat sich mit dem Rauchen beschäftigt: Demnach wurde ein Vergleich geschlossen, dass die oben wohnende Vermieterin pro Kippe, die herunterfällt, 100 Euro an den Mieter zahlen muss. Sie verweigerte die Zahlung mit der Begründung, sie rauche nur E-Zigaretten.

Viele Urteile gibt es auch zum Thema Grillen. Partylärm und Gerüche sind dabei die häufigsten Streitpunkte. In der Regel finden sich in der Hausordnung genaue Informationen. Bei Zuwiderhandlung kann eine Abmahnung oder die Kündigung drohen. Es kann hilfreich sein, Gäste oder einen Grillabend im Vorfeld rechtzeitig anzukündigen und vielleicht sogar die Nachbarn dazu einzuladen.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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2 Kommentare zu Mietrecht Balkon

  1. Volker sagt:

    Das Problem mit den Balkonen ist immer, man nutzt nicht nur den eigenen sondern den der Nachbarn einfach völlig ungeniert mit, indem man den/die Nachbarn beim Grillen oder Rauchen ungefragt zuqualmt.
    Hier wird den Tätern zuviel Recht eingeräumt, das ihnen laut Gesetzestext gar nicht zusteht. Denn beim Recht der Nachbarn hört das eigene Recht auf. Wenn man nicht sicherstellen kann, die Nachbarn nicht zu belästigen, dann kann man eben nicht machen was man will.
    Und solche Faustregeln 1 oder 2x im Monat ist erlaubt. Drei Mieter unter einem dürfen je 2x im Monat, das macht schon 6x im Monat und somit mehr als wöchentlich 1x. Dann dürfen die auch noch Party machen.. Geburtstag, ABI, Herrentag, Einweihung etc und schwupps hat man Dauerbelästigung. Dazu kommen dann auch noch Rauchende Nachbarn wie Friedhelm oder wie der hieß, der völlig richtig gekündigt wurde.
    Es müsste viel härter gegen solche Nervnachbarn vorgegangen werden.

  2. Matze sagt:

    Ich verstehe die Gerichte auch nicht. Die Gesetze sind eindeutig. Vom Persönlichkeitsrecht bis zur Körperverletzung. Seit 1986 ist Tabakrauch in der MAK Liste (heute Gefahrstoffverordnung) und zwas ohne Angabe von Grenzwerten, da er in jeder Konzentration schädlich ist. Dieses ruminterprätieren und kreativ auslegen der Gesetze zu Gunsten der Raucher ist einfach nur unseriös und schädigt die Institution Rechtsstaat.

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