Wohntrends: Deutsche haben hohe Ansprüche

30. April 2014 | von
Innenstadt Wohntrends. Foto: by Matthew Wiebe / unsplash

Laut einer Studie sind die Deutschen bei der Auswahl ihres Eigenheims wählerischer geworden. Demnach ist es für 52 Prozent der Mieter besonders wichtig, dass ihr Eigenheim eine gute Infrastruktur mit kurzen Wegen zum Einkauf sowie zu Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern besitzt.

Deutsche Mieter werden immer anspruchsvoller. Das geht aus einer Studie der TAG Immobilien AG in Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt hervor. Besonders für die Landkreise mit sinkenden Bevölkerungszahlen und somit hohen Leerstand scheint die Studie interessant: Die Forscher fanden heraus, dass 49 Prozent der Befragten großen Wert auf ein ruhiges Wohnumfeld mit wenig Verkehrslärm legen.

Wie die Untersuchung zeigte, gehen die Mieter sehr anspruchsvoll an die Suche nach neuem Wohnraum heran. Eine neue Bleibe wird von vielen Mietern erst dann als komfortabel eingeschätzt, wenn sie einen modernen Grundriss oder einen Balkon besitzt.

Wohnungsanforderungen ändern sich alle zehn Jahre

Laut dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmer ändern sich die Anforderungen an das perfekte Zuhause alle acht bis zehn Jahre. So hat jede Bevölkerungsgruppe ein anderes Wohnverständnis. Die Einen legen mehr Wert auf Luxuseinrichtungen, die Anderen wiederum bevorzugen ein häusliches Wohnkonzept, mit Freunden, Familie, Sicherheit. Die dritte Gruppe hingegen, die deutlich größer wird, hat bereits ihr finanzielles Maximum an Wohnkosten erreicht.

Während die Einen ihr finanzielles Limit mit der Miete der Wohnung erreicht haben, legen die Anderen mit technikbasierten Dienstleistungen noch eine Schippe drauf. Diese Dienstleistungen umfassen programmierbare und vernetzte Heiz-, Lüftungs- oder Beleuchtungssteuerungen. Endgeräte und Apps können dem Bewohner dann bei Abläufen des täglichen Lebens behilflich sein. Ein Wohntrend, der für viele immer attraktiver wird.

Ein weiterer Aspekt, den Wohnungssuchende beachten: Der Wohnort sollte sich nah am Arbeitsplatz befindet. Hierdurch wollen die Bewohner lange Fahrtenzeiten zur Arbeit vermeiden. Die gewonnene Zeit nutzen die Mieter lieber zur Freizeitgestaltung, somit wachsen auch die Anforderungen an die Quartiere. Sie sollen einen attraktiven Wohnraum, aber auch genügend Freizeitmöglichkeiten und Einkaufsoptionen bieten.

Der Wohnort ist folglich nicht zum Schlafen und Essen dar, sondern zum Leben und Wohlfühlen. Nicht nur die Attraktivität des neuen Eigenheims wird bei der Suche berücksichtigt, sondern das gesamte Viertel wird von den potentiellen Mietern unter die Lupe genommen.

Doch die Branche muss sich besonders auf den demographischen Wandel einstellen. Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird bis 2030 um circa 6,3 Millionen Personen gegenüber 2010 schrumpfen. Dies hat auch die Altersarmut zur Konsequenz. Bezahlbarer Wohnraum wird damit immer wichtiger. Bis 2030 müssen Wohnungsunternehmer langfristige und marktorientierte Strategien zur Versorgung von einkommensschwachen Senioren entwickeln.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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