Gegenläufiger Wohnungsmarkttrend

11. Juni 2014 | von
Magdeburg - leer stehende Immobilien Sachsen-Anhalt: Immer mehr Immobilien stehen leer. Foto: pixabay.com

Während benachbarte Bundesländer mit steigenden Mieten und schwieriger Wohnungssuche zu kämpfen haben, hat Sachsen-Anhalt das Problem mit zunehmendem Leerstand. Die Wohnungsunternehmen haben mit Altlasten der DDR zu kämpfen und gehen dazu über, leer stehende Häuser zu sanieren und abzureißen. Dies wirkt sich auch auf das Stadtbild aus, z. B. in Magdeburg, wenn alte Wohnblöcke verschwinden. Eine andere Entwicklung des Wohnungsmarkts betrifft auch die Einwohnerzahl. Denn Sachsen-Anhalt ist das Bundesland mit dem größten Leerstand. Die Einwohnerzahlen gehen seit 1990 stetig zurück, was den Leerstand verschärft. Das hat auch Konsequenzen für Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften, die über Immobilien verfügen und anbieten.

Für die Immobilienbranche bedeutet der Leerstand jährlich Verluste in Milliardenhöhe. Dazu kommen alte Schulden aus der DDR-Zeit. Experten fordern daher Bund und Länder auf, die Schulden für abgerissene Immobilien zu erlassen. Die finanzielle Schieflage entstand aber auch durch Sanierungen und Neubauten. Kommunen, Bund und Länder haben dies mit dem Förderprogramm „Stadtumbau Ost“ unterstützt, das Programm läuft aber zeitnah aus. So fordert etwa der Verband der Wohnungswirtschaft, dass das Förderprogramm weiter läuft, auch mit Blick auf die demografische Entwicklung des Bundeslandes. Denn die Bevölkerung in Sachsen-Anhalt nimmt ab und wird immer älter.

Abriss gegen die Altbauten

Viele der leer stehenden Immobilien müssten saniert werden. So sollen rund 22.000 Wohnungen sanierungsbedürftig sein, viele Immobilien verfallen. Dennoch sind über 90 Prozent der Wohnungen teilweise oder vollständig saniert. Die Wohnungsgenossenschaften und Unternehmen, die Immobilien verwalten, vermieten und bewirtschaften, verweisen auf die steigende Zahl nicht vermieteter Wohnungen. Die Verbände gehen von einem Leerstand von gut zehn bis vierzehn Prozent aus.

Generell ist der Wohnungsmarkt deutlich geschrumpft, sodass der Abriss ein Mittel ist, um dem Leerstand entgegen zu wirken. Experten merken an, dass ein jährlicher Abriss von rund 7.000 Wohnungen sinnvoll wäre, was auch Altbauten in den Innenstädten betrifft, wenn es sich um nicht vermietbare Objekte handelt. Dazu kommt das niedrige Preisniveau bei den Mieten, das auf den Immobilienmarkt wirkt.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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