London: Angst vor einer Immobilienblase

13. Juni 2014 | von
London Immobilien Crash in London bahnt sich an. Foto: pixabay.com

Die Immobilienpreise in London steigen weiter rasant an. Im April gab es eine Preissteigerung von 11 Prozent. Experten schlagen Alarm: Die Immobilienblase in der Metropole wächst bedrohlich.

Die Preise für Immobilien in London steigen stark an und erreichen immer neuere Dimensionen: Für ein Penthouse in Knightsbridge zahlte ein Käufer 171 Millionen Euro. Die Wohnung übertrifft damit das bislang teuerste Apartment in ganz England im „One Hyde Park“. Dieses war 2011 an den reichsten Mann der Ukraine, Rinat Achmetow, verkauft worden. Er zahlte damals circa 154 Millionen Euro für sein neues Eigenheim. Jetzt wurde der Rekord geknackt!

Gefahr einer Immobilienblase wächst

Besonders bei Käufern aus Russland, Osteuropa, dem Nahen Osten, China und Singapur ist die Metropole London beliebt. Viele Milliardäre strömen aufgrund der geringen Steuerlast und der investitionsfreundlichen Gesetze in die britische Hauptstadt. Die Investitionen der reichen Käufer schlagen sich auf die Immobilienpreise der Stadt nieder: Im Vergleich zum März 2013 sind die Hauspreise in London 2014 um 18,2 Prozent gestiegen und liegen damit seit der Finanzkrise in Großbritannien wieder im zweistelligen Bereich.

Immobilienexperten schlagen aufgrund dieser rasanten Entwicklung Alarm: Sie fürchten eine neue Immobilienblase. Die Preise stiegen im Vergleich zum Vormonat im April um 10,9 Prozent an. Diese Entwicklung gab es zuletzt nur vor dem Beginn der Immobilienkrise im Juni 2007. Laut den Experten dürfe man diese Dynamik, die sich seit dem vergangenen Frühjahr entwickelt habe, nicht ignorieren.

Hauspreise erreichen Rekordniveau

Zwar sind die Hauspreise in London dramatisch gestiegen, doch in Großbritannien liegen sie noch immer unter dem Rekordwert von 226.451 Euro, der im Schnitt im Oktober 2007 erreicht wurde. Allerdings seien die Preise laut den Experten auch nicht mehr weit von den Rekordwerten entfernt.

„Wir sind in einem Zyklus, in dem die Samen für den nächsten Crash gesät werden”, sagt Andre Spicer – Professor an der Cass Business School in London. Er sieht die Vorboten einer neuen Krise: „Kredite sind leicht zu bekommen, und die Leute sind viel zu optimistisch.“

Junge Briten bleiben länger bei den Eltern wohnen

Viele junge Briten können sich eine eigene Wohnung in London nicht leisten – zu hoch sind die Miet- und Kaufpreise. Das Resultat: Die Hälfte der 20- bis 34-jährigen Briten wird im Jahr 2040 noch bei ihren Eltern wohnen müssen. Laut Spicer seien die jungen Leute die Verlierer, da sie sich zukünftig keinen Wohnraum mehr leisten können. Die Preise für Häuser werden im Schnitt um 1,09 Millionen Euro steigen.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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