Fassadenkunst in deutschen Städten

20. Juni 2014 | von
Wall Art Fassadenkunst - Neue Kunstszene. Foto: pixabay.com

Neuer Trend – Triste Plattenbauten mit Wandmalereien verschönern. Die von Stadtverwaltungen und Wohnungsfirmen in Auftrag gegebenen Arbeiten haben eine eigene Kunstszene hervorgebracht.

Immer mehr Stadtverwaltungen und Wohnungsfirmen lassen die Fassaden von alten Plattenbauten mit stilvollen Wandmalereien verschönern. Ein Trend, der eine eigene Kunstszene hervorgebracht hat.

Vorreiter dieses Trends war die Berliner Howoge Wohungsbaugesellschaft, die 2012 den Künstler Christian Awe beauftragte. Dieser gestaltete für das Unternehmen das größte Wandbild der Hauptstadt an der Frankfurter Allee 192. Das 500 Quadratmeter große Bild sorgt bei Vielen für große Begeisterung: „Die Leute schreiben mir Mails und sagen mir, ich hätte ihnen mit dem Fassadenbild den Alltag verschönert”, erzählt der 35-Jährige gegenüber der „Welt“.

Der Grund für die Faszination ist laut dem Künstler der Blick in die Wolken. Dieser würde Assoziationen in den Menschen auslösen und das sei nach Meinung von Christian Awe wichtig.

„Lichtenberg Open Art“

Das findet auch die Wohnungsbaugesellschaft Howoge. Sie hat das Kunstprojekt „Lichtenberg Open Art“ (LOA) kreiert. Viele bunte Wandmalereien sollen mehr Lebensgefühl in den Bezirk transportieren. Die Fassadenkunst soll zudem von der kilometerlangen kompakten Plattenbau-Wucht ablenken, die Berlin-Lichtenberg kennzeichnet.
Künstler Christian Awe spricht sich ebenfalls für das geplante Projekt von Howoge aus. In „welt.de“ äußerst sich der Künstler: „Lichtenberg soll eine Art Open-Air-Museum werden.“ Die Wohn- und Lebensqualität soll damit im Kiez angehoben werden.
Die nächste spektakuläre Fassadenbildung soll an der Landsberger Allee 228b entstehen. Hierfür wurden von der Howoge-Jury zwei Künstler aus den USA ausgewählt. Die Künstler James Bullough und Addison Karl, die als Duo unter dem Namen JBAK bekannt sind, sollen die Landsberger Allee verschönern.

Durch die Wandgemälde soll ein neuer Blick auf Lichtenberg erzeugt werden. Was für ein Motiv an die Fassade gebracht wird, steht bereits fest: Es sollen zwei fotorealistische Personen dargestellt werden. Diese sollen allerdings die Illusion erzeugen, als würden sie sich von der Wand ablösen und als pure Energie frei im Raum stehen. Bis 2020 soll das Kunstwerk an die Wand gebracht werden.

Weltweite Fassadenkunst

Fassadenkunst gibt es auf der ganzen Welt. Ob in New York an alten Backsteingebäuden, in Mexiko City an Hunderte Meter langen Mauern oder in Perm an 300 Bushaltehäuschen. Deutschland springt auf diesen Trend mit auf und zeigt knallbunte Fassadenkunst in den Städten wie Berlin, Dresden oder Leipzig. Triste Fassaden und Gemäuer werden hier zentnerweise mit Farbe verschönert. Doch leider ist die eindrucksvolle Kunst nicht ewig. Die Wandgemälde verblassen im Durchschnitt nach 15 Jahren.

Firmen verschreiben sich der Wandmalerei

In Deutschland gibt es inzwischen zahlreiche Firmen, die Wandbemalungen im großen Stil anbieten. Die Unternehmen erhalten oft Aufträge aus der Werbung, die ihre Produkte an den Fassaden der Metropolen sehen wollen. Aber auch Künstler und Designer nutzen die Fassaden, um ihre Botschaften in die Welt zu befördern. Der Fotograf Harald Geil hat beispielsweise großflächige Fotoporträts von Asylbewerbern an Hauswände aufgeklebt. Laut Harald Geil könne man „Familiar Facades“ als „eine Art ständige Demonstration sehen, auch als eine Art Pranger“, sagt er gegenüber „welt.de“.




Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>