Immer mehr Zwangsversteigerungen in Deutschland – das schlägt sich auf die Gesundheit nieder

23. Juni 2014 | von
Zwangsversteigerungen Zwangsversteigerungen können sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Foto: Thorben Wengert / PIXELIO

Die Flut an Zwangsversteigerungsverfahren an deutschen Amtsgerichten reißt nicht ab. Mehr als 31.000 Zwangsversteigerungsverfahren haben seit Beginn 2014 an deutschen Gerichten stattgefunden. Eine Studie beweist jetzt, dass Zwangsversteigerungen auch Auswirkungen auf die Gesundheit haben können!

In der Bundesrepublik gab es seit Anfang 2014 mehr als 31.000 Zwangsversteigerungsverfahren. Die Anzahl der Versteigerungen wächst allerdings stetig: Bundesweit fanden in den letzten acht Jahren mehr als 800.000 Zwangsversteigerungsverfahren an 430.000 Objekten statt. Täglich kommen ca. 500 neue Vorgänge hinzu.

Bei den versteigerten Objekten handelt es sich nach Angaben des Ratinger Beratungsunternehmens Argetra um Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser. Wer denkt, dass er mit diesen Immobilien ein Schnäppchen machen könnte, der irrt sich: Viele Objekte werden aufgrund der hohen Nachfrage sogar über ihrem Wert ersteigert.

Immer ausführlich über Immobilie informieren

Wer eine geeignete Immobilie kaufen möchte, der sollte sich daher gründlich darüber informieren. Erste Anhaltspunkte bieten die Bekanntmachungen der Gerichte. Diese werden einige Wochen vor dem Termin per Aushang, in der Tagespresse und oft im Internet unter zvg-portal.de veröffentlicht. Zudem sollten Käufer, die wenig über den Erwerb einer Immobilie durch eine Zwangsversteigerung wissen, im Vorfeld einige Versteigerungen besuchen.

Wer sich dann entschieden hat und mitbieten möchte, der sollte vorher das Wertgutachten lesen. Dieses wird von einem Sachverständiger im Auftrag des Gerichtes erstellt. Auf dessen Grundlage wird der Verkehrswert der Immobilie festgelegt. Interessenten erhalten dieses Gutachten auf der jeweiligen Internetseite des versteigernden Gerichtes oder in dessen Geschäftsstelle.

Zudem sollten Interessenten immer ihr gewünschtes Objekt gründlich in Augenschein nehmen. Wenn ein Blick von innen nicht möglich ist, gewinnt man auch von außen wichtige Informationen über Lage und Verkehrsanbindung. Auch die Nachbarn der Wunsch-Immobilie können in einigen Fällen Auskunft über das Objekt geben.

Zwangsversteigerung schlägt sich auf Gesundheit nieder

Doch Zwangsversteigerungen können manche Nachbarn auch in den Wahnsinn treiben. In einer Untersuchung der Fachzeitschrift Circulation kam heraus, dass jede zusätzliche Zwangsversteigerung in der Nachbarschaft in einem Umkreis von 100 Metern bei den Studienteilnehmern zu einem durchschnittlichen Anstieg des systolischen Blutdrucks um 1,71 Millimeter Quecksilbersäule führte. Die Studie belegt damit, dass die Umgebung, in der man lebt, eine wichtige Rolle für die Herzgesundheit spielt.

Allerdings kam es laut den Forschern nur dann zu dem Blutdruckanstieg, wenn sich bei den Zwangsversteigerungen kein Käufer für die Immobilie fand. Die Objekte fielen damit zurück an den Kreditgeber und standen anschließend leer. Laut den Forschern blieb der Blutdruck auch unbeeinflusst, wenn sich die betroffenen Häuser weiter als 100 Meter entfernt befanden.

Blutdruckanstieg durch Stress

Die Wissenschaftler vermuteten, dass der zu beobachtende Blutdruckanstieg mit dem Stress zusammenhängt, der durch Sorgen und Ängste entsteht. Laut der Studienleiterin Mariana Arcaya vom „Harvard Center for Population and Development Studies“ in Cambridge haben manche Hausbesitzer Angst, dass ihr eigenes Haus durch die Versteigerung an Wert verliert. Das treibt den Blutzucker in die Höhe!




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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Ein Kommentar zu Immer mehr Zwangsversteigerungen in Deutschland – das schlägt sich auf die Gesundheit nieder

  1. Herbert Dirksen sagt:

    Zwangsversteigerungen wären vielfach vermeidbar!
    1) Die Rechtspfleger sollten nicht ausschließlich den Gläubigern hinterher eifern.
    a) nicht selten sind es öffentliche Ämter, die wegen Nichtigkeiten oder zum Knebeln der Bürger diesen Weg gnadenlos betreiben. Dieses mit der Folge, daß vorrange Gläubiger beitreten.
    b) Der Beitritt hist häufig Bequemlichkeit der Geldgeber, oder Dummheit!
    2) Schuldner mit diesem Makel bekommen kaum noch ordentliche Rechtsberatung.
    a) Rechtsanwälte verlangen Vorschuß, was den meisten – so Geschändeten – nicht mehr möglich ist.
    b) Die wenigsten Rechtsanwälte sind auf diesem Gebiet geschult. Dagegen haben die Gläubigerbanken rigorose Mitarbeiter oder Juristen, die ihre Sache verstehen und den Rechtspflegern den Weg weisen.
    3) Es gibt leider auch korrupte Rechtspfleger und Banker, die ein Objekt zur rechten Zeit zuschlagen oder auch dort hin treiben.
    Das ZVG ist in einer Arbeitsgruppe einer großen Partei in Arbeit, weil es insgesamt von 1900 stammt, es viele Staatssysteme überstand, in 1989 sofort wieder für das Gebiet der DDR gültig wurde und immer nur leichte Korrekturen erfuhr.
    Ich hoffe nur, daß dort nicht nur Diejenigen Rechtsvertreter arbeiten, die auf der Seite der Banken stehen, um ihre Kunden schneller rauswerfen zu können. Das könnte der Anlaß für die Neustrukturierung gewesen sein. Man ist es leid, den Rechten des Schuldners nacheifern zu müssen, wenn sie denn überhaupt einen guten Rechtsvertreter gefunden haben.
    Es gibt nur 16 in ganz Deutschland – Und – wenn man einen Anwalt sucht, sollte der 200 km vom Sitz des durchführenden Amtsgerichts ansässig sein. Andernfalls muß auch der Jurist dem Amtsgericht “aus den Händen fressen”!
    Wer aufmüpfig ist, verliert!

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