Wohnungsmangel in deutschen Ballungsgebieten – Mangel an Platz oder an Planung?

25. Juni 2014 | von
Wohnraummangel in Ballungsgebieten Platz oder Planung - Was ist Schuld am Wohnraummangel in Deutschland? Foto: Christian Thiele / wikimedia / cc-by-sa 3.0

In deutschen Metropolen wie Berlin ist zum Teil akuter Wohnraummangel zu beobachten. Woran liegt das? In Berlin etwa gibt es kaum Leerstand, damit steigt die Wohnungsnot.

Daher findet in den nächsten Tagen eine Volksbefragung statt, ob das Tempelhofer Feld bebaut werden soll oder nicht. Einige Wohnungsunternehmen geben an, zahlreiche freie Wohnungen zur Verfügung zu haben, diese seien jedoch schlecht geschnitten, seien in ungünstigen Lagen angesiedelt oder sind aus anderen nachteiligen Gründen kaum zu vermieten. Experten sehen dennoch einen ausgeglichenen Wohnungsmarkt mit Blick auf den niedrigen Leerstand.

Dennoch wird der mangelnde Wohnraum zum Problem. Sollte der Volksentscheid auf dem Tempelhofer Feld gegen Neubauten ausfallen, sei dies ein schlechtes Signal, so der Verband der Wohnungsunternehmen. In den kommenden Jahren sollen zahlreiche Neubauten entstehen, in verschiedenen Bezirken. Dazu müssen etwa Bauanträge zügig bearbeitet werden. Das Land möchte nur wenige seiner Flächen für Neubauten freigeben. Dazu kommt, dass einige Bauprojekte harsche Kritik verursachen. Der Widerstand gegen konkrete Bauprojekte an vielen Stellen erschwert die Neubauten.

Platz wäre da

An vielen Stellen gibt es ausreichend Platz für neuen Wohnraum, die zuständigen Behörden müssten nur zeitnah Genehmigungen erteilen. Auch Wohnungen mit günstige Mieten sind ein Problem. Bauflächen werden ungern an Genossenschaften übergeben, da private Investoren häufig mehr Geld bieten. Hier sollen Luxuswohnungen und exklusive Apartments entstehen, dem haben die Genossenschaften mit bezahlbaren Mieten kaum etwas entgegenzusetzen.

So kommt es dazu, dass auch interne Auseinandersetzungen im Senat zur Beendigung der Wohnungsnot beitragen könnten. Das Land müsste laut Kritikern mehr landeseigene Flächen an Genossenschaften und Wohnungsunternehmen übergeben. Auch Verzögerungen dieser Art tragen zum Wohnungsmangel bei. Bebauungspläne würden spät genehmigt, neue Bebauungspläne dauerten oft zwischen vier und sieben Jahren. Dass hier Nachholbedarf herrscht, geben nun auch der Senat und die Verwaltung zu. Aktuell hat man z. B. in Mitte ausreichend Baufläche für rund 220.000 neue Wohnungen entdeckt, die genutzt werden könnten.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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Ein Kommentar zu Wohnungsmangel in deutschen Ballungsgebieten – Mangel an Platz oder an Planung?

  1. Muenchen sagt:

    Die Problematik, mit Wohnungsmangel stellt sich wohl mittlerweile in allen größeren Deutschen Städten. Die Politik mein zwar erste Maßnahmen ergriffen zu haben, ob sich diese durchsetzen wird man sehen. Ein großer Gewinner sind sicherlich Bauträger. Grüße, Selena.

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