Mietminderung – wie, warum, wie hoch?

4. März 2015 | von
Mietminderung
Foto:  TRgreizer / PIXELIO Mietminderung Foto: TRgreizer / PIXELIO

Es ist eiskalt in Ihrer Wohnung, die Wände sind von Schimmel befallen oder Sie haben eine eingefrorene Wasserleitung? Das alles sind klare Gründe für eine Mietminderung. Dabei sind einige Aspekte zu beachten.

Wer seine Wohnung nicht so nutzen kann, wie er möchte oder wie im Mietvertrag vereinbart wurde, der kann die Miete kürzen. Zu den klassischen Gründen, die eine Mietminderung rechtfertigen, gehören Schimmel, undichte Fenster und eine nicht funktionsfähige Heizung im Winter. Auch Schädlingsbefall oder Baulärm können ein Grund sein.

Eine Mietminderung sollte korrekt ablaufen, damit sich der Mieter auf der rechtlich sicheren Seite befindet. Zunächst muss der Vermieter zeitig, nach Feststellung des Mangels, informiert werden. Dies sollte im besten Fall schriftlich geschehen. Im Härtefall kann der Vermieter allerdings behaupten, dass er nicht informiert wurde. Ein Fax oder Einwurf-Einschschreiben sind gerichtsfest. Außerdem ist eine Frist zu setzen, bis wann der Mangel beseitigt sein muss. Wird die Frist nicht eingehalten, kann die Miete rückwirkend und ohne erneute Ankündigung einbehalten werden.

Die Frist ist abhängig von der Dringlichkeit des Mangels. Eine kaputte Heizung im Winter sowie zugefrorene Wasserleitungen müssen sofort repariert werden. Die Höhe des einbehaltenen Mietanteils kann bis zu 100 Prozent betragen. Je nach Schwere des Mangels. Ein Schwarzschimmelbefall in der ganzen Wohnung rechtfertigt beispielsweise eine gänzliche Einbehaltung der Miete. Ansonsten sollten sich Mieter an Gerichtsurteilen orientieren. Entschieden wird im Einzelfall. Einige Richtwerte sind: Wenn die einzige Toilette unbenutzbar ist, kann die Miete bis zu 80 Prozent gemindert werden. Lärmbelästigung bei Bauarbeiten am Haus rechtfertigen bis zu 60 Prozent; undichte Fenster und die dadurch resultierende ständige Feuchtigkeit 50 Prozent. Eine kaputte Klingel kann drei bis fünf Prozent rechtfertigen, eine Warmwasserversorgung mit einer Temperatur unter 40 Grad rund zehn Prozent Mietminderung. Die Minderungsquote muss von den Mietern selbst festgelegt werden. Wird zu viel einbehalten, darf nicht automatisch gekündigt werden.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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