Energie, Nebenkosten, Ratgeber | Darf man im Sommer heizen? Darf man im Sommer heizen?

11. März 2015 | von

Heizen im Sommer

Im Sommer zu heizen, steht jedem Mieter rein rechtlich zu! Doch bei Zentralheizungen sitzt der Vermieter leider am längeren Hebel. Die Konsequenz: Im Sommer bleibt die Heizung in vielen deutschen Haushalten aus.

Ein Sommer kann viele Überraschungen bereit halten: Ob neue Niederschlagsrekorde oder auch Temperaturen, die weit unter 10 Grad Celsius sinken. Was das Wetter im Sommer angeht, so kann man sich nie wirklich sicher sein!

Wenn die Temperaturen sinken, werden in vielen deutschen Haushalten, auch gerne mal mitten im Sommer, die Heizungen aufgedreht. Zwar steht das rein rechtlich den Mietern zu, doch bei Zentralheizungen sitzt der Vermieter leider oft am längeren Hebel. Die Konsequenz: Die Heizung bleibt im Sommer trotz niedriger Temperaturen aus!

Heizpflicht bei Niedrigtemperaturen?

Die Heizpflicht besteht für den Vermieter von 01. Oktober bis zum 01. April. Allerdings handelt es sich hierbei nur um einen Richtwert. Denn die tatsächlichen Pflichten des Vermieters richten sich vor allem nach den Außentemperaturen – unabhängig von der Jahreszeit. Wenn die Temperatur also in der Wohnung auch im Sommer dauerhaft unter 18 Grad Celsius sinkt, kann der Mieter gegenüber dem Vermieter Ansprüche geltend machen. Besonders, wenn es gleich an mehreren Tagen hintereinander draußen so kalt ist.

In diesem Fall besteht nämlich die Möglichkeit, dass die Wohnung auskühlt. Wenn die Zimmertemperatur sogar unter 16 Grad sinken sollte, muss der Vermieter sogar unverzüglich handeln!
Geht der Vermieter nicht auf die Forderung des Mieters ein, so kann dieser eine Mietminderung von bis zu 20 Prozent für den besagten Zeitraum verlangen.

Eine Mietminderung sollte jedoch das letzte Mittel in der Auseinandersetzung mit dem Vermieter sein. Bevor man sich hierzu entschließt, sollten eine rechtliche Beratung sowie eine Fristsetzung zur Behebung des Mangels voraus gehen.

Ein Temperaturprotokoll anzufertigen, kann eine sinnvolle Herangehensweise hierbei sein. Da man mithilfe des Protokolls dem Vermieter den Missstand aufzeigen kann.

Mindesttemperaturen sind nicht im Mietvertrag festgehalten

In vielen Mietverträgen sind keine klaren Regelungen bezüglich der Mindesttemperaturen für Tag und Nacht während der Heizperiode vereinbart.
Mieter können sich allerdings an  der gängigen Rechtsprechung orientieren:
Laut dem Landgericht Berlin liegen die Mindesttemperaturen am Tag bei 20 Grad und bei 18 Grad in der Nacht.

Haben Mieter eine Heizpflicht?

Wer die Räume in der Wohnung lieber kalt haben möchte, muss nicht heizen. Da Mieter in Deutschland keiner Heizpflicht unterliegen.
Allerdings muss hierbei beachtet werden, dass durch die Kälte keine Schäden in der Wohnung entstehen. Demnach sollten keine Heizungsrohre gefrieren und kein Schimmel in der Wohnung entstehen.

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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