Was muss im Mietvertrag stehen und auf was müssen Sie achten?

23. Oktober 2015 | von

Jährlich werden zwei bis drei Millionen neue Mietverträge geschlossen. Gut zu wissen – auch mündliche Absprachen gelten. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte verschiedene Punkte beachtet werden.

Bei einem Mietvertrag handelt es sich meist um einen Standardtext, der genau  festlegt, welche Rechte und Pflichten Mieter und Vermieter haben. Es wird geregelt, um welche Mietsache es sich konkret handelt und welche Kosten wann fällig werden. Dazu können Sonderverabredungen über Haustiere, Untervermietung oder Umbauten getroffen werden. Ein Mietvertrag kann unbefristet oder befristet sein und sich auch auf möblierte oder teilmöblierte Wohnungen beziehen. Besteht ein Zeitmietvertrag, muss der Grund, zum Beispiel Eigenbedarf des Vermieters, im Vertrag festgehalten werden. Eine Kündigung vor Ende des Vertrages kann nur in schwerwiegenden Fällen passieren. Bevor ein Mietvertrag unterschrieben ist, sollten alle Punkte genauestens geprüft werden. Ist ein Vertrag einmal unterschrieben, gilt er auch. Es gibt kein Widerrufsrecht.

Wohnfläche

Grundlage für die Miethöhe ist die Wohnfläche. Abweichungen von über zehn Prozent können reklamiert werden. Keller- und Gemeinschaftsräume werden nicht zur Wohnfläche gezählt. Bei Dachwohnungen ist Folgendes zu beachten: Flächen unter einer Dachschräge bis zu einem Meter werden nicht berechnet. Flächen bis zu zwei Meter hohen Decken werden nur zu Hälfte angerechnet, danach zählen sie voll zur Wohnfläche.

Kaution

Wichtig ist neben einer angemessenen Kautionshöhe natürlich auch die richtige Verwaltung des Geldes durch den Vermieter. Verschiedene Anlagemöglichkeiten sollten gemeinsam besprochen und schriftlich festgehalten werden.

Übergabeprotokoll

Der Vertrag ist unterschrieben, der Einzug steht an, jetzt muss nur noch die Übergabe stattfinden. Um bei einem späteren Auszug auf der sicheren Seite zu sein, sollten alle Mängel in der Wohnung genau protokolliert werden.

Tierhaltung

Bei Kleintieren wie Fischen oder Hamstern muss keine Erlaubnis vom Vermieter eingeholt werden. Regelungen zur Hunde- und Katzenhaltung sollten im Mietvertrag enthalten sein.

Betriebskosten

Oft setzen Vermieter die Vorauszahlungen für Betriebskosten recht niedrig an, sodass später hohe Nachzahlungen anfallen können. Ob die Berechnung realistisch ist, lässt sich bei anderen Mietern im Haus erfragen oder aus dem Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes ersehen.

Zusätzliche Kosten

Welche Nebenkosten werden auf den Mieter umgelegt und gibt es Vereinbarungen darüber, ob die Kosten für Kleinreparaturen vom Mieter übernommen werden müssen?

Schönheitsreparaturen

Oft sind in Mietverträgen Pflichtrenovierungen des Mieters eingetragen, die beispielsweise alle fünf Jahre einen neuen Wandanstrich fordern. Allerdings sind drei viertel dieser Klauseln nicht rechtskräftig. Eine Prüfung des Mietvertrags durch einen Fachmann ist deshalb ratsam. Sie haben einen Anspruch auf Kostenrückerstattung, falls wegen einer ungültigen Klausel Renovierungsarbeiten vorgenommen wurden.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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