Vermieter dürfen Maklerprovision nicht auf Mieter umwälzen

6. November 2015 | von
Hand schütteln Verhandlung abschließen Aufgepasst: Vermieter dürfen Maklerprovision nicht auf Mieter umwälzen / Foto: pixabay.com

Seit Mitte 2015 gilt eine neues mieterfreundliches Gesetz für die Maklerprovision: Wer bestellt, zahlt auch. Dennoch versuchen einige Vermieter beziehungsweise Makler die Provision immer noch auf die Mieter abzuwälzen.

Es geht um das sogenannte Bestellerprinzip bei der Vermietung von Wohnungen. Diese Maßnahme ist Teil der Mietpreisbremse, die vor allem in den Ballungsgebieten, wie München oder Düsseldorf, den Mietpreiswucher stoppen soll. Nach dem Bestellerprinzip zahlen die Mieter grundsätzlich keine Provision mehr an den Makler, sie wird vom Vermieter übernommen. Es sei denn der Makler wurde extra schriftlich oder per Mail von den Mietern mit der Wohnungssuche beauftragt und ist auch ausschließlich für den Mieter in dieser Sache tätig. Die zuvor geltende Rechtslage war vor allem zum Nachteil der Mieter. Die Maklerkosten wurden meist auf den Mieter umgewälzt, wenn dieser den Zuschlag für die Wohnung bekommen hatte – auch wenn der Makler vom Vermieter beauftragt war.

Den Mieterverbänden wurden einige Fälle gemeldet, bei denen versucht wurde, das Bestellerprinzip zu umgehen. Übliche Maßnahmen sind zum Beispiel die Mieter zu einem eigenen Maklervertrag zu überreden. Dazu stellen die Makler nicht existierende Schnäppchenwohnungen auf Immobilienportale und sind erst nach dem unterschriebenen Vertrag bereit genauere Informationen, wie die Adresse der Immobilie, herauszugeben. Diese Vorgehensweise ist unzulässig. Auch Besichtigungsgebühren, Gebühren für nicht näher definierte Serviceleistungen oder Reservierungsbestätigungen sind mögliche Tricks das neue Gesetz zu umgehen. Für beispielsweise eine Reservierungsbestätigung wird von Mietinteressenten eine Unterschrift verlangt. Gebunden an diesen Vertrag sind die Interessenten circa eine Woche. Wird innerhalb dieses Zeitraums ein Mietvertrag angeboten aber von den Mietinteressenten abgelehnt, wird eine Maklergebühr fällig. Da die Reservierungsbestätigung eine klare Umgehung des neuen Gesetztes ist, müssen Mieter diese Gebühr – oft werden bis zu 250 Euro verlangt – allerdings nicht bezahlen. Eine weitere Masche ist, zu behaupten, dass möblierte Wohnungen vom Bestellerprinzip ausgenommen wären. Das ist ebenfalls nicht richtig.




Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Geld / Finanzierung, Immobilienbranche, Immobilienmarkt, Mieten, Ratgeber, Wohnen abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>