So werden Sie unliebsame Mieter los

11. Januar 2016 | von

Mieter können Vermietern das Leben oftmals zur Hölle machen: Sei es mit Lärm, Vermüllung oder ausbleibenden Mietzahlungen. Doch wer heute seinem Mieter kündigt, der braucht nicht erwarten, dass dieser morgen aus der Wohnung ist. Im Gegenteil: Unliebsame Mieter loszuwerden, ist schwierig.

Bevor ein Vermieter einen Mieter in die Wohnung lässt, wird meistens sehr sorgsam geprüft, ob sich der Interessent wirklich eignet: Eigenauskunft, Schufa und Gehaltsnachweise sind hierfür notwendig. Doch auch bei der genauesten Prüfung kann es passieren, dass man sich unliebsame Mieter ins Haus holt, die weder Ruhezeiten, noch Sauberkeit kennen. Wenn man nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch geht (BGB) dann darf der Vermieter kündigen, wenn er ein „berechtigtes Interesse“ daran hat. Das ist neben dem Eigenbedarf auch die „angemessene wirtschaftliche Verwertung“.

Der Vermieter, der lediglich einen neuen Mieter haben möchte, hat jedoch schlechte Karten. Es sei denn, er beruft sich auf den dritten Grund: die Vertragspflichtverletzung. Unter diesen Umständen ist auch eine außerordentliche, fristlose Kündigung möglich.

Diese tritt sofort in Kraft, wenn der Mieter seine Sorgfaltspflichten erheblich verletzt, die Wohnung unbefugt an Dritte überlässt oder er „für zwei aufeinander folgende Termine mit der Entrichtung der Miete oder eines nicht unerheblichen Teils der Miete in Verzug ist“.

Sobald zwei Monatsmieten offen bleiben, kann der Vermieter dem Mieter sofort kündigen. Ansonsten gilt: Ein Warnschuss muss sein! Demzufolge muss der Vermieter zunächst eine Frist setzen oder eine Abmahnung schicken, bevor er seinen Mietern kündigt.

Wenn der Mieter nicht freiwillig gehen sollte, muss der Vermieter eine Räumungsklage einreichen. Doch bis der Rechtsstreit entschieden ist, können sechs Monate vergehen, in denen die Mietzahlungen voraussichtlich ausbleiben. Daher solle der Vermieter zunächst alles daran setzen, die Sache im direkten Gespräch zu regeln. Falls der Mieter nach dem Räumungsurteil immer noch nicht ausziehen sollte, muss ein Gerichtsvollzieher nachhelfen. Doch werden die Kosten für den Gerichtsvollzieher, den Spediteur, die Lager- und Entsorgungskosten meistens von dem Vermieter getragen. Eine gute Rechtsschutzversicherung ist daher für einen Vermieter unumgänglich.




Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter Mieten, Ratgeber, Rechtliches, Wohnen abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>