Fehler bei der Baufinanzierung: So machen Sie es richtig!

1. Februar 2016 | von

Gerade bei großen Projekten – wie dem Hausbau – spielt die Finanzierung eine tragende Rolle. Deshalb sollten sich keine Fehler bei der Kalkulation einschleichen, nur so steht das Haus langfristig auf einem soliden Fundament.

Bei der Baufinanzierung geht es um viel Geld, nicht zuletzt deshalb ist es wichtig, sich vorab genau Gedanken über Möglichkeiten und Risiken zu machen und sich gegen verschiedene Eventualitäten abzusichern. Dann steht einem entspannten Baubeginn und Leben im Eigenheim nichts mehr im Wege.

Finanzen falsch einschätzen

Ein solider Finanzplan ist wichtig. Egal, wie perfekt ein Haus ist, Sie sollten es sich auf keinen Fall schön rechnen. Eine Orientierung über den finanziellen Spielraum kann die momentane Kaltmiete geben. Ob eine höhere Darlehensrate ebenfalls beglichen werden kann, ist mit einem ehrlichen Kassensturz zu klären. Dafür sollten Sie über einen längeren Zeitraum Ihre Einnahmen und Ausgaben gegenüber stellen und auch nicht reguläre Ausgaben, wie Autoreparaturen und Waschmaschinenkäufe, einbeziehen. Der finanzielle Rahmen ist nicht zu knapp abzustecken. Auch ein jährlicher Urlaub und regelmäßiges Heizen in kalten Wintern sollten noch drin sein. Auch die monatlichen Nebenkosten dürfen Sie nicht vergessen.

Zu niedriges Eigenkapital

Die Zinsrate lässt sich beträchtlich senken, wenn Sie genug Eigenkapital einbringen. 60-70 Prozent des Kaufpreises beziehungsweise Beleihungswertes sichern günstige Konditionen. Fremdkapital hingegen bedeutet Zinsaufschläge. Alte Bausparverträge oder Kapitallebensversicherungen können die eigenen finanziellen Mittel aufstocken. Auch Eigenleistungen am Bau oder Darlehen der Verwandtschaft werden von den Banken als Eigenkapital angerechnet. Ein Vergleich der Konditionen verschiedener Kreditinstitute ist ebenfalls hilfreich. Nicht immer ist die Hausbank, die mit den günstigsten Zinsen. Ganz nach dem Motto: Vertrauen ist gut, vergleichen ist besser!

Tilgung und Zinsbindung nicht individuell anpassen

Je niedriger die Tilgungsrate, desto länger die Finanzierungszeit und desto höher der letztendliche Tilgungsbetrag. Schrecken Sie nicht vor einer hoch angesetzten Tilgungsrate zurück und lassen Sie sich individuell beraten. Bei der Zinsbindungsvereinbarung sollten Sie darauf achten, nur bei einem niedrigen Zinsniveau eine lange Zinsbindung festzulegen. Sind die Zinsen derzeit hoch, besser eine kurze Bindungsphase vereinbaren.

Selbstüberschätzung

Bauherren, die handwerkliches Geschick besitzen, möchten oft einige Arbeiten am Haus eigenständig übernehmen. Der Pluspunkt: Sie können viel Geld sparen, wenn Sie keine Handwerker engagieren müssen. Aber überschätzen Sie Ihre Zeit und Ihr Handwerksgeschick nicht. Plötzlich anfallende Handwerkskosten führen meist zu unerfreulichen Nachfinanzierungen.

Fehlende Absicherung

Wird die Finanzierung hauptsächlich von einer Person getragen, also beispielsweise dem Hauptverdiener der Familie, sollten Maßnahmen zur Absicherung bei Krankheit oder Todesfalls getroffen werden. Schließlich sollte im Falle der Fälle zu allem Unglück nicht auch noch das Haus gefährdet sein. Deshalb empfiehlt es sich eine Risikolebensversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. So können Ausfälle durch lange Krankheiten oder ähnliches aufgefangen werden.

Instandhaltungskosten vergessen

Eine langfristige Planung ist bei einer großen Anschaffung wie einem Haus oder einer Wohnung extrem wichtig. Deshalb sollten Sie auch die späteren Kosten nicht aus den Augen verlieren. Instandhaltung und Modernisierung müssen in den Finanzierungsplan eingerechnet werden. Dafür gilt die Faustregel: Zwei Euro sollten im Monat pro Quadratmeter Wohnfläche zurückgelegt werden. So lässt sich später dann ein neues Dach oder eine moderne Heizungsanlage finanzieren.

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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