Ökologische Dämmstoffe als Alternative

31. März 2016 | von
Ökologische Dämmstoffe Außendämmung Dämmung Isolierung Alternativen zu den herkömmlichen Dämmstoffen -pixabay.com

Klimawandel und ein gesteigertes Umweltbewusstsein gehen Hand in Hand. Wir wollen unseren ökologischen Fußabdruck verringern und achten vermehrt auf die Inhaltsstoffe von Materialien. Dämmung ist das große Thema beim Hausbau. Aber welche Alternativen gibt es zu den herkömmlichen Dämmstoffen und was sollten Bauherren beachten?

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) verpflichtet Bauherren und Sanierer hohe Wärmeschutzauflagen zu erfüllen. Dämmstoffe wie Styropor oder Polyurethan sind übliche Materialien in Wärmestoffverbundssystemen, da sie kostengünstig sind. Allerdings handelt es sich hierbei auch um zwei sehr umstrittene Baustoffe, da sie aus Erdöl hergestellt werden und insgesamt bei ihrer Herstellung einen sehr hohen Energie- und Rohstoffverbrauch haben sowie im Vergleich zu anderen Baustoffen auch eine hohe Luft- und Wasserverschmutzung mit sich bringen. Ökologische, also natürliche Dämmstoffe, sollten deshalb eine geringere Belastung für die Umwelt und auch für die Gesundheit des Gebäudenutzers aufweisen. Sie sollten also keine Schadstoffe enthalten oder abgeben. Außerdem müssen sie über einen langen Zeitraum eine möglichst gleichbleibende Dämmleistung erbringen, da eine unzureichende Wärmedämmung von Gebäuden bis zu 25 Prozent zum CO2-Ausstoß beiträgt.

Es gibt unzählige Alternativen zu herkömmlichen Dämmstoffen wie Styropor. Sie lassen sich in zwei Gruppen unterteilen, organische und mineralische ökologische Dämmstoffe.

Organische Dämmstoffe:

Es gibt viele unterschiedliche organische Dämmstoffe mit verschiedenen Vor- und Nachteilen. Eine bedarfsorientierte Beratung ist in jeden Fall sinnvoll. Möglich ist eine Dämmung unter anderem mit Flachs, Wiesengras, Kokosfasern, oder Kork. Am beliebtesten ist die Zellulosedämmung. Sie besteht aus gemahlenen und zerfaserten Altpapier und wird in Form von Dämmflocken oder Platten verwendet. Die Vorteile liegen bei  einer geringen Entflammbarkeit und einem guten Schallschutz. Zellulose belastet als Recyclingprodukt die Umwelt nur im geringen Ausmaß. Sie kann bei Wänden und Decken verwendet werden.

Die Hanfdämmung ist ein Allrounder und erlebt im Baugewerbe gerade ihr Comeback. Sie kann als Wärme- oder Schalldämmung verwendet werden und eignet sich für Dach, Fassade, Decke oder als Abdichtung. Sie kann als Matte, Platte oder als loser Dämmstoff verbaut werden und hat eine hohe feuchtigkeitsregulierende Wirkung.

Eine Dämmung mit Holzfasern eignet sich vor allem für das Dachgeschoss. Da die Holzfaserplatten Wärme speichern, sorgen sie im Sommer für eine angenehmes Raumklima. Sie wird meist aus heimischen Nadelbäumen hergestellt und hat deshalb eine gute Ökobilanz. Als Platten- oder Flockenware können Holzfasern unter anderem als Trittschalldämmung oder als Verkleidungsplatte eingesetzt werden.

Mineralische Dämmstoffe

Blähton besitzt die höchste Brandschutzklasse und er ist sehr beständig gegen Druck, Feuchtigkeit und Frost. Auch kann er als Wärmespeicher und mit guter Schallisolierung punkten. Allerdings fällt er mit seinen Dämmfähigkeiten hinter anderen Öko-Dämmstoffen zurück. Er kann im Mauerwerk und Leichbeton verwendet werden.

Vulkanischen Ursprungs ist der Dämmstoff Perlite, der meist in Form von Granulatkieseln verwendet wird. Er ist wie der Blähton unbrennbar und wird als Einblasdämmstoff oder als Dach- und Deckendämmung verwendet. In Wärmedämmziegel gefüllt kann er auch in Passivhäusern verwendet werden. Dieser Dämmstoff eignet sich zur nachträglichen Dämmung von Häusern. Die gefüllten Ziegel werden der bestehenden Wand vorgemauert, eventuelle Hohlräume werden wiederum mit Perlite aufgefüllt.

Kalziumsilikat-Platten bestehen hauptsächlich aus Sand, Kalk, Zement und Wasser. Durch ihre Hochporigkeit haben sie eine gute Wärmeisolierung und eignen sich auf Grund ihres hohen Kalziumanteils insbesondere als Innendämmstoff.

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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Ein Kommentar zu Ökologische Dämmstoffe als Alternative

  1. Michael F. Kruse sagt:

    Hallo, ich hätte gerne mehr und intensivere Infos über die Naturdämmstoffe, Einsatzmöglichkeiten ect.
    Mit freundlichen Grüßen
    M.F.Kruse

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