Was bringt Mülltrennung überhaupt noch?

13. April 2016 | von
Müll Mülltrennung Abfall Recycling Was bringt Mülltrennung überhaupt noch? -pixabay.com

In Deutschland haben wir für so ziemlich jedes Abfallprodukt eine eigene Mülltonne. Biomüll, Verpackungen, Ein- und Mehrwegflaschen, verschiedene Glassorten, Restmüll, Papier, aber auch Bekleidung Elektronik und Sperrmüll. Doch wer denkt, die Stoffe würden alle recycelt, täuscht sich. 

Die Deutschen haben im Jahr 2012 rund 37 Tonnen Hausabfall produziert, so das Statistische Bundesamt. Damit entfallen auf jeden Einwohner rund 450 bis 550 Tonnen pro Jahr. Insgesamt wird fast ein Drittel davon verbrannt, anstatt es dem Wertkreislauf erneut zuzuführen. In den Abfällen verbergen sich allerdings auch viele wertvolle Rohstoffe, die durch das Verbrennen nicht genutzt werden können. Dass dennoch so viel verbrannt wird, ruft bei Umweltschützern gemischte Gefühle hervor. Die Nachfrage an recycelten Wertstoffen sei zu gering, so der Naturschutzbund (NABU). Außerdem gebe zu viele Verbrennungsanlagen, das schaffe Überkapazitäten, die dem Recycling entgegenstünden. Die Kritik liegt nicht daran, dass durch die Verbrennung zu viele Schadstoffe entstehen. Die deutschen Anlagen sind auf dem neusten Stand und es müssen strenge Grenzwerte eingehalten werden. Müll ist als Brennstoff genauso wertvoll, wie Braunkohle, nur muss er nicht aufwendig gefördert werden. Auch ist die Umweltbelastung im Vergleich zu Kohlekraftwerken geringer. Eine aktuelle Studie zeigt, dass im Vergleich zur Kohle bei der gleichen Menge an produzierter Energie und Wärme drei Tonnen weniger Asen, Cadmium und andere Schwermetalle durch die Müllverbrennung produziert würden. Auch die Dioxinbelastung hat sich seit den 90er-Jahren auf ein Minimum des damaligen Wertes verringert.

Mit seiner komplexen Mülltrennung gilt Deutschland als Vorbild. In großen Städten landet aber immer noch 50 Prozent des Mülls in der falschen Tonne. Viele sind vor allem bei Glas verunsichert, hier lässt sich nur in Weiß-, Braun- und Grünglas trennen. Alles was sich nicht genau zuordnen lässt, gehört in den Grünglascontainer. Keramik, Fenster- und Spiegelglas gehört hingegen nicht in die Glascontainer. Flaschen und Glasdeckel, egal aus welchem Material, können mittlerweile während des Sortierungsprozesses aussortiert werden, deshalb können sie mit ins Altglas wandern. Gemischte Verpackungen sollten getrennt werden. Also die Plastikhülle von der Zigarettenpackung und das Plastikfenster vom Rest der Papierverpackung der Zahnbürsten. Beschichtetes oder stark verschmutztes Papier, zum Beispiel Taschentücher, gehört in den Restmüll und nicht ins Altpapier, da es nicht recyclebar ist. Auch Tapetenreste sowie Fax- oder Thermopapier dürfen nicht in die Papiertonne. Für den Plastikmüll gilt: Becher sollten nicht ausgespült werden, da das nur unnötig Energie und Wasser verbraucht. Auch das Stapeln und ineinander stecken verschiedener Plastikabfälle stört die Abfallentsorgung, die einzelnen Teile müssen für die Sortieranlage getrennt voneinander sein.

Durch die 2015 eingeführte Recyclingtonne, die die Gelbe Tonne ersetzt, ist zumindest die Hoffnung groß, dass wertvolle Rohstoffe, wie Metalle, nicht in der Verbrennungsanlage landen sondern wiederverwertet werden. Um das zu gewährleisten fordert der NABU höhere gesetzlich festgelegte Recyclingquoten. Strengere Regeln für die Hersteller könnten außerdem das Müllaufkommen  reduzieren und so zu einer nachhaltigeren Gesellschaft beitragen.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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2 Kommentare zu Was bringt Mülltrennung überhaupt noch?

  1. Hausverwaltung sagt:

    Sehr spannende Frage.
    Die Trennung selbst ist meines Wissens teurer als nur eine Tonne und dann maschinelle Trennung….

  2. klebefolie sagt:

    Vielen dank für die Informationen. Ich gib mir wirklich große Mühe meinen Müll zu trennen und informiere mich auch immer. Aber wenn ich dann Leute sehe die sich keine Gedanken darüber machen, ist schon Traurig. Immerhin ist die Umwelt unsere Zukunft.

    Gruß Anna

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