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    Kursdorf – Wohnen zwischen den Landebahnen

    geschrieben am 13. Januar 2009 mit einem Kommentar

    Zwei Landebahnen, eine viel befahrene Autobahn und einen Bahnhof an einer Schnellfahrstrecke der Bahn – was wie eine optimale Verkehrsanbindung klingt, ist für die Anwohner des kleinen Orts Kursdorf bei Leipzig die tägliche Wohnrealität. Viele Jahre hatten die Kursdorfer Lärm, Gestank und den immer weiter fortschreitenden Ausbau der Infrastruktur getrotzt, doch inzwischen haben die meisten aufgegeben. Was bleibt, ist Galgenhumor: Auf ihrer Webseite beschreiben sie die Lage ihres Dorfes als „idyllisch“.

    Dabei ist es nicht so, dass die Kursdorfer den Lärm nicht gewohnt wären. 1928 wurde im Süden des Dorfes die erste Landebahn angelegt, im Jahre 1937 zählte man bereits 40 Starts und Landungen auf dem neuen Flughafen Leipzig/Halle. Selbst als der Flughafen zu DDR-Zeiten zweimal jährlich als Messeflughafen genutzt wurde und die Passagierzahlen bis 1988 auf 550.000 Fluggäste stiegen, blieb alles noch im erträglichen Rahmen. Die Kursdorfer hatten sich im Laufe der Zeit mit dem alltäglichen Fluglärm und den beißenden Geruch des Kerosins arrangiert, nahmen ihn fast gar nicht mehr wahr.

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