Wenn Einem das Wasser bis zum Halse steht

6. Oktober 2008 | von

In Zeiten von Sturm und Regen sind viele Hausbesitzer verunsichert: Wann kommt meine Wohngebäudeversicherung bei eventuellen Schäden durch Überflutung auf? Ein genauer Blick in bestehende Verträge ist notwendig, denn meistens sind Schäden durch Wasserfluten von der Straße nicht abgesichert.

Laut Aussage des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind nur ein Fünftel aller Versicherungen für Einfamilienhäuser mit einer sogenannten erweiterten Elementarschadenversicherung gegen finanzielle Folgen von Unwetter ausgestattet, dabei wäre eine flächendeckende Abdeckung für 98% der deutschen Hausbesitzer allemal möglich und sinnvoll.

In der Regel werden verbundene Wohngebäudeversicherungen seitens der Hausbesitzer abgeschlossen. Diese Pakete beinhalten die Risikoabsicherung bei Feuer, Leitungswasser, Sturm ab Windstärke acht und Hagel. Seltenst werden diese jedoch über Einzelpolicen abgedeckt. Unentbehrlich sei es dabei, die Versicherungssumme automatisch an steigende Gebäudewerte anzugleichen, sonst könne die Versicherung bei einem Schadensfall eine Unterversicherung geltend machen und weniger als den jeweiligen Wiederbeschaffungswert zahlen.

Elementarschäden haben sich mehr als verzehnfacht

Doch die beste Wohngebäudepolice allein hilft eben nicht bei Überschwemmungen oder dergleichen. Dieses Recht ist der erweiterten Elementarschadensdeckung vorbehalten, die den Versicherer auch zur Kasse bittet, wenn einem das Wasser bis zum Halse steht, oder zu mindestens aus dem Kanalsystem in den Keller eindringt. Laut GDV werden derzeit etwa 50% der Überschwemmungssschäden durch Starkregen verursacht – in den letzten 40 Jahren hat sich die Zahl der Aufwendungen für Elementarschäden fast verzehnfacht auf mittlerweile knapp 142 Millionen Euro.

Dabei sind die Kosten für eine Elementarschadensdeckung derzeit noch sehr überschaubar. Bereits für etwa 50 Euro kann man sich vor Überschwemmung und Wasserschäden schützen – ein Betrag der in Relation zu etwaigen Schäden äußerst aufwendbar erscheint. Ob sich der Preis jedoch noch lange auf diesem Niveau hält, bleibt abzuwarten, denn mittlerweile wird das Risiko für die Versicherung auf Grund der klimatisch veränderten Bedingungen schwerer kalkulierbar und die Beiträge könnten durchaus steigen. Wer also jetzt handelt, spart in Zukunft vielleicht eine Menge Geld.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Immobilien kaufen abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.