Energieausweis stößt auf wenig Resonanz

9. Oktober 2008 | von

Das hatte man sich in Berlin anders vorgestellt: Um Käufern oder Mietern klare Informationen über Dämmung und Energieeffizienz einer Immobilie geben zu können, wurde seitens der Bundesregierung der sogenannte Energieausweis ab 1. Juli diesen Jahres zur Pflicht – bisher nur mit mäßigem Erfolg.

So lief am 30.9. scheinbar unbemerkt eine erste Frist ab, die Vermietern die Möglichkeit gab, zwischen einem Bedarfsausweis oder einem Verbrauchsausweis zu wählen. Beide Papiere sind zehn Jahre gültig und steuerlich absetzbar.

Der Verbrauchsausweis wird anhand des Energiebedarfs der letzten drei Jahre erstellt und kostet in der einfachsten Ausführung in etwa 30 Euro. Allerdings können diese Daten nur etwas über das Heizverhalten des Vormieters sagen, daher halten Verbraucherschützer und Mieterverbände diese Variante für unzureichend. Der Bedarfsausweis hingegen ist deutlich aussagekräftiger, kostet aber auch mit bis zu 300 Euro, je nach Größe des Anwesens und Aufwand, deutlich mehr. Dieser darf nur von Fachkräften wie Energieberatern ausgestellt werden, Hilfe hierzu findet man bei den regionalen Verbraucherzentralen. Die darin enthaltenen Berechnungen sollen Aufschluss darüber geben, wie es in der Immobilie um Heizanlage, Dämmung und Wärmeverluste über Dach und Fenster bestellt ist und auch wie viel Energie das Haus verschlingt und wo Optimierungsbedarf besteht. Seit 1. Oktober ist der Bedarfsausweis jetzt Pflicht für Gebäude mit bis zu vier Wohneinheiten, für die der Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde.

Selbstnutzer sind nicht betroffen

Eine wichtige Informationen für alle Immobilieneigentümer: Nutzt man das Objekt selbst oder man ist Besitzer einer denkmalgeschützten Immobilie, so braucht man keinen Energiepass. Dieser ist nur Pflicht, wenn Sie das Gebäude verkaufen oder vermieten wollen.

Fehlt der Ausweis, wird es teuer

Als Mieter oder Käufer haben sie also im Umkehrschluss nun das Recht, sich den Energieausweis vorzeigen zu lassen. Blockt der Vermieter ab, weil er den Ausweis nicht zeigen will oder kann, so können Sie diese Ablehnung beim zuständigen Bezirksamt anzeigen und dafür sorgen, dass dem Vermieter ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro verhängt wird. Allein diese Summe sollte dem Großteil der 15 Millionen Immobilienbesitzern in Deutschland Grund genug sein, sich das Pflichtpapier zu besorgen.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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