Hellersdorfer Platte soll attraktiver werden

17. Oktober 2008 | von

Plattenbauten sind für viele Wohnungssuchende in Berlin nach wie vor ein Tabuthema.  Lieber zieht man in sanierte Altbauwohnungen oder in Neubauten aus der Jahrtausendwende.

Dabei haben sich die Plattenbausiedlungen in den letzten Jahren erheblich rausgeputzt. So ist am Beispiel Berlin-Hellersdorf zu sehen, dass mittlerweile etwa 16 Prozent von Hellersdorf als Garten- und Grünflächen ausgewiesen werden, in unmittelbarer Nähe liegt zudem das Erholungsgebiet Wuhletal.

So plädiert auch der Plattenbau-Experte der TU, Professor Frank Vogdt, für das Wagnis Plattenbau. „Die meisten Objekte sind sehr gut modernisiert worden. Ein sanierter Plattenbau kann vom Wohnkomfort mit Altbauwohnungen auf jeden Fall mithalten“, so der Bauphysiker.

Dennoch: durch den schlechten Ruf der Platte sind Leerstände von bis zu zehn Prozent zu verzeichnen. Experten schätzen, dass bis 2010 noch bis zu 1000 Wohnungen abgerissen werden. Um dem entgegen zu wirken, wird um jeden Mieter gekämpft. Insbesondere durch speziellen Service, etwa für Senioren oder auch Studenten. Die Firma „Stadt und Land“, größter Vermieter in Hellersdorf mit knapp 15.000 Wohnungen, organisiert kostenloses Balkon-Kino und wirbt mit Sonderaktionen wie zum Beispiel drei Monate mietfrei wohnen, wenn selbst gemalert wird, oder man gibt Mietnachlass bei zu viel Treppensteigen (ab dem 3.OG).

Diese Sonderaktionen und der ohnehin schon relativ niedrige Quadratmeter-Preis von 4,57 €/m² kalt (Beispiel Kienberg mit 2200 Wohnungen) sprechen dafür, beim nächsten Umzugswunsch auch die Platte mit ins Boot der möglichen Wohnungskandidaten einzubeziehen.


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