Wenn der Mieter stirbt- was dann?

25. Oktober 2008 | von

Mit dem Ableben eines Mieters endet dessen Mietvertrag nicht automatisch. In so einem Fall treten anstelle des Verstorbenen die verbleibenden Haushaltsmitglieder, Familienangehörigen oder Erben in den Mietvertrag ein, dies teilt der Immobilienverband West (IVD-West) in Köln mit.

Haben also zwei Personen, der verstorbene Mieter und ein weiteres Haushaltsmitglied, den Mietvertrag unterschrieben, so läuft der Vertrag weiter auf die andere Partei. Doch auch Haushaltsangehörige, die den Vertrag nicht unterschrieben haben, könnten das Mietverhältnis weiterführen.

Laut dem IVD-West bestände die Möglichkeit, dass Familienmitglieder, Ehe- und eingetragene Lebenspartner den Vertrag zu den gleichen Konditionen auf ihren Namen überschreiben lassen können – das gleiche gilt für Personen, die in keinem Familienverhältnis zu dem Verstorbenen stehen, wie etwa WG-Mitglieder.

Besteht also Interesse, die Wohnung zu übernehmen, so muss man in jedem Fall dem Vermieter dies spätestens einen Monat nach dem Tod des Mieters, bzw. nach Kenntnis dessen, signalisieren.

Falls nicht, so geht das Mietverhältnis automatisch an die Erben über, dies auch im Falle, wenn der Mieter alleine in der Wohnung gelebt hat. Die Erben könnten bei so einem Sachverhalt den Vertrag außerordentlich kündigen, so der Verband. Derjenige, der den Vertrag übernehme, würde aber auch alle eventuellen Kosten und Verbindlichkeiten tragen – zum Beispiel fällige Betriebskosten oder Mietschulden.

Sollte ein Hinterbliebener das Erbe ausschlagen, so steht er für die Verbindlichkeiten nicht gerade. Räumung und etwaige Reparaturen würden dann zulasten des Vermieters gehen.

Eine grundsätzliche Ausnahme besteht bei Mietverträgen auf Lebenszeit: Diese enden bei einem allein stehenden Mieter mit dem Ableben.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion

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