Konflikt um offene Immobilienfonds eskaliert

4. Dezember 2008 | von

Nachdem einige Anbieter von offenen Immobilienfonds angekündigt haben, sich der Aufforderung der Finanzaufsicht BaFin zu widersetzen und Kunden mit langfristigen Auszahlungsplänen weiter auszuzahlen, schlägt die BaFin nun zurück. Per Anordnung will sie die Zahlungen aus den nach panikartigen Milliardenabflüssen geschlossenen Fonds an die meist älteren Kunden stoppen. Laut einem Behördensprecher arbeitet die Finanzaufsicht an einem Verwaltungsakt „zum Verbot der Bedienung von Auszahlungsplänen aus dem Sondervermögen der betroffenen Immobilienfonds“.

Politik alarmiert

Inzwischen ist auch die Politik alarmiert. Der stellvertretende Vorsitzende CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Meister, befürchtet in einem Gespräch mit der WELT angesichts des Vorgehens der BaFin eine Massenflucht verunsicherter Anleger aus den noch nicht geschlossenen Fonds. Auch der Spitzenverband ZIA (Zentraler Immobilien Ausschuss) kritisiert, dass die BaFin nicht nur etliche Kleinanleger in finanzielle Not bringt, sondern auch das Vertrauen in die offenen Immobilienfonds schädige, was zu weiteren Kapitalabflüssen führen könnte.

Risikoscheue Anleger betroffen

Die Auszahlungspläne mit offenen Immobilienfonds sind vor allem bei älteren und risikoscheuen Anlegern beliebt, um das Altersgeld mit zusätzlichen Zahlungen im drei- und vierstelligen Bereich aufzubessern. Da sie langfristig angelegt sind, bergen sie keine Gefahr für die Liquidität der Fonds. Unterschiedlich ist allerdings die Handhabe bei der Auszahlung: Während einige Gesellschaften aus dem Fondsvermögen auszahlen, bemühen andere ihr Gesellschaftsvermögen.


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